Krafttraining für Kinder

Muckis wie Superman

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So stark und cool wie Superman müsste man sein… Er ist ein Held und Retter. Schlanker Körper, gut sichtbare Muskeln. Wow. Für die meisten Kinder darf das ruhig ein Traum bleiben. Denn jedes Kind hat Superkräfte – irgendwelche! Ein bisschen Krafttraining kann man trotzdem mal ausprobieren. Früher hieß es zwar, Krafttraining sei nichts für Kinder. Inzwischen haben Studien bestätigt: Auch Kinder können ihre Kraft trainieren. Allerdings anders als Erwachsene.
 

Brauchen Kinder Krafttraining?

Ein Kind an der Hantelbank? Den meisten Eltern dürfte das Gedankenbild eher skurril vorkommen. Doch so abwegig ist ein Krafttraining für Kinder gar nicht. Studien haben gezeigt, dass es ganz unterschiedliche positive Effekte haben kann. Es verbessert die sportliche und alltagsmotorische Leistung, also die allgemeine Kraft und Beweglichkeit des Kindes. Es ist fördert die Gesundheit. Und gut für das psycho-soziale Wohlbefinden ist das Krafttraining ebenfalls: In den Studien fühlten sich Kinder nach einigen Wochen regelmäßigem Training insgesamt besser.

Eine Hantelbank braucht es dafür nicht unbedingt. Krafttraining funktioniert bei Kindern wie vieles andere am besten, wenn es auf spielerische Weise umgesetzt wird.

Kinder bauen anders Kraft auf

Je schwerer die Gewichte, desto stärker die Muskeln: Für viele Erwachsene ist das Gesetz und sie legen an ihren Trainingsgeräten regelmäßig mehr Last auf. Auch wenn dann vielleicht nur zwei, drei Wiederholungen möglich sind: So wächst die Maximalkraft am stärksten an. Bei Kindern deuten die Studien darauf hin, dass hohe Lasten nicht so viel bringen wie viele Wiederholungen. Leichte Gewichte, viele Wiederholungen: Das ist vor der Pubertät die effektivste Methode.

Gesundheitsmythos demontiert

Krafttraining bei Kindern sei sinnlos und schädlich, hieß es lange. Vor der Pubertät seien zu wenig muskelaufbauende Hormone im Körper, Testosteron zum Beispiel, deshalb könnten Kinder keine Kraft aufbauen. Außerdem verhindere Krafttraining das Wachstum der Kinder. Und für die Knochen sei es ebenfalls schlecht. Inzwischen haben Überprüfungen gezeigt: Diese Ergebnisse basierten auf gravierenden Fehlern in den Studien, die ihnen zugrunde lagen.

Für das hohe Verletzungsrisiko, das damals gemessen wurde, waren einer aktuellen Studie zufolge „unkontrollierte und somit unphysiologische Hebetechniken sowie unzureichend ausgebildete Betreuungspersonen“ verantwortlich. Fakt ist: Wenn ein Kind hüpft, müssen die Knochen und Gelenke Kräfte bis zum 8,5-fachen des Körpergewichts aushalten. Diese spielerische Belastung braucht das Skelett sogar, um sich gesund zu entwickeln.

Und auch dass Kinder nicht gezielt Kraft aufbauen können, hat sich als Irrtum erwiesen. Wird das Training häufig genug und altersgerecht durchgeführt, können Kinder sowohl die Maximalkraft – also wie „stark“ sie sind – als auch die Kraftausdauer weit über die Hälfte steigern. Und nicht nur das: Vergleicht man die hinzugewonnene Kraft mit dem Körpergewicht, können Kinder vor der Pubertät ihre Kraft sogar mehr steigern als Pubertierende oder Erwachsene. Es geht also auch ohne Testosteron.

 

Kinderzimmer-Kraftprotz oder Superheld im Geiste?

Alle Kinder haben Superkräfte. Sie können Eltern zum Lachen bringen, uns mit ihren Ideen verzaubern und sie bringen Schwung in den trägen Alltag. Dazu hat jedes Kind seine eigenen Fähigkeiten – das eine erdichtet die zauberhaftesten Geschichten, ein anderes ist der beste Freund, den man sich nur vorstellen kann. Nicht für jedes Kind ist Krafttraining das Richtige. Man kann ein Kind anregen, aber zwingen sollte man es nie. Stark wird ein Kind davon, dass Eltern und andere Bezugspersonen es in seiner Persönlichkeit bestärken und ihm zeigen, wie wundervoll und liebenswert es ist. Liebe und Zeit: Das sind die Superkräfte der Eltern.

Kraft macht stark

Krafttraining bringt Kindern nicht nur dicke Muckis. Studien zeigten, dass es sich auch positiv auf das allgemeine Wohlbefinden und die psychische Gesundheit auswirkt. Der soziale Effekt kann auf die Zugehörigkeit zu einer Trainingsgruppe zurückzuführen sein. Klar ist aber auch: Wer in der Klasse beim Armdrücken gewinnt – oder auch nur weiß, dass er oder sie das könnte –,  wird selbstsicherer.

Im Körper verbessert das Krafttraining die Körperzusammensetzung, also das Verhältnis von Muskeln zu Fett, und die Knochendichte. Kinder trainieren ganz verschiedene Fähigkeiten:

  • Die Maximalkraft
  • Die Schnellkraft
  • Die Kraftausdauer
  • Die Ausdauer (kardio-respiratorische Fitness)
  • Die Koordination

Krafttraining hilft also auch dabei, sich sicherer und geschickter zu bewegen.

Mythen rund ums Krafttraining für Kinder

Hätten Sie's gewusst?

Schadet Krafttraining dem Wachstum von Kindern?

Nein, dieser alte Mythos ist falsch.

Richtig durchgeführt, behindert Krafttraining das kindliche Wachstum nicht. Im Gegenteil, es hilft die Knochendichte zu steigern.

Haben Kinder, die Krafttraining machen, ein hohes Verletzungsrisiko?

Nein, dieser alte Mythos ist falsch. 

Im Gegenteil: Kinder, die gezielt ihre Kraft trainieren, haben sogar ein geringeres Verletzungsrisiko als bei anderen Sportarten wie etwa Fußball.

 

Bringt Krafttraining bei Kindern vor der Pubertät nichts?

Auch dieser alte Mythos ist falsch.

Im Gegenteil: Mit Krafttraining können Kinder sowohl ihre Maximalkraft als auch die Kraftausdauer stärken. Im Vergleich zum Körpergewicht sogar mehr als Erwachsene.

AutorinCarolin Kubo, BERGISCHE Krankenkasse

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