Sport ist pure Emotion

Die Sportmacher Laura und Stefan im Gespräch

Wut, Freundschaften und ein „Aha“

Laura und Stefan, „die Sportmacher“ im KiKA, können gar nicht anders als in Bewegung bleiben. Mit der BERGISCHEN bieten sie jetzt auf YouTube die kurzen „BewegungsKicks mit Kids“ an: schnellen Sportspaß für die ganze FamilieIm Interview mit BERGISCHE-Redakteurin Carolin Kubo erzählen sie, warum ihnen Sport alles bedeutet.

Laura, Stefan, ihr seid „Die Sportmacher“ und wir wissen aus unserem ersten Interview, dass Bewegung für euch wirklich alles ist. Wie ist das denn, wenn ihr euch mal nicht bewegen könnt?

Stefan Wenn ich über ein paar Tage nicht aktiv Sport mache, sei es Fußball, Tennis, Laufen oder Fitness, schlägt mir das auf alles. Ich habe mal den „16 Lebensmotive“-Test von Steven Reiss gemacht und hatte bei Sport eine Neun. Zehn ist die höchste Wertung und alles ab einem Wert von sieben solltest du möglichst täglich im Beruf machen. Ich wusste schon seit meiner Kindheit, dass ich ohne Bewegung schnell unzufrieden und reizbar werde. Schaffe ich es dagegen, den Sport in mein Leben zu integrieren, fühle ich mich leicht und bin locker drauf. Dann ist mir sogar die Coronasituation fast egal. Auch wenn es schneit oder regnet: Wenn ich einfach straight meinen Sport mache, wird es warm. Danach fühle ich mich, als hätte ich einen Tag in der Sonne gelegen.

Laura Das ist bei mir auch so. Wenn ich keine Bewegung habe, stellt sich eine Unzufriedenheit ein. Da fehlt mir ein Teil vom Ganzen, um den Tag abzurunden. Ich merke, dass ich dann Hummeln im Hintern habe. Man möchte sich austoben und Power geben. Ich kann die Ruhe nicht genießen, wenn ich mich gar nicht bewegt habe. Mit Sport bin ich ausgeglichener, glücklicher, ich strahle mehr.

Sport bestimmt eure Emotionen?

Laura Man kann Sport nicht emotionslos betreiben. Das kann man nicht trennen. Man durchlebt in einer Bewegungseinheit im Sport viele verschiedene Phasen von Emotion. Das Gefühl danach ist unbeschreiblich, man ist super happy, aber zwischendurch kann man sauer sein. Man ist erschöpft, denkt sich, warum tue ich mir das jetzt an. Auf einen Boxsack kann man richtig draufkloppen, und das ist ein Gefühl von Befreiung, von Loslassen. Man kann negative Emotionen rauslassen. Bei einem Mannschaftssport ist man mal sauer auf den Schiri, auf den Mitspieler oder Gegenspieler. Das kann auch mal hochkochen und man ist nicht mehr man selbst. Da kann alles dabei sein – Wut, Ärger, Unverständnis, Freude, Leichtigkeit … die Bandbreite an Emotionen, die Sport abdeckt, ist enorm.

Stefan Das ist eine Achterbahnfahrt an Emotionen. Der Reiz ist, dass man alles haben kann.

Laura Es ist auch Selbstliebe und Selbstfürsorge, weil man sich selbst etwas Gutes tut – dem Körper und dem Geist.

Stefan Wer gerne Sport macht, tut das fast nie aus rationalen Gründen, also um abzunehmen oder zuzunehmen. Man macht Sport, weil man damit etwas verbindet: Freude, Emotion. An dem Tag, wo die Bewegung vorbei ist, ist auch das Leben vorbei. Leben ist Bewegung, das haben wir alle von Anfang an in uns.

Welche Bedeutung hat Sport für eure Freundschaft?

Stefan Sport ist das, was uns verbindet und zusammengebracht hat. Wenn ich keinen Sport hätte, könnte ich mir selbst kein Freund sein – und dann kann es auch kein anderer. Sieht Laura das genauso? Unterm Kasten geht’s weiter!

Q&A mit den Sportmachern

Wir haben gefragt – lasst euch von den Antworten überraschen!

Lernt die Sportmacher Laura und Stefan im Mini-Interview auf YouTube kennen. In unserem gemütlichen Kundenzentrum in Köln-Dellbrück haben sie uns ein paar schnelle Fragen beantwortet. Wie immer bei den beiden: Spaßgarantie! Schaut rein ;) 

Q&A mit den Sportmachern auf YouTube

... und das sagt Laura zur Freundschaft:

Laura Natürlich gibt es außer dem Sport auch andere Anknüpfungspunkte. Wir beschäftigen uns viel mit Gesundheit und Meditation. Philosophie machen wir auch ganz gerne. Aber das läuft alles in dem Gesundheitskontext, der ist schon unser Herzstück.

In eurer Sendung probiert ihr alles aus, was es an Sportarten gibt – bekannte und absurde. Seid ihr auch privat so experimentierfreudig?

Stefan Ich probiere schon gerne alles aus. Aber bei unserer Sendung sind Sportarten dabei, darauf wäre ich selbst nie gekommen. Deshalb bin ich dankbar, dass ich das in der Sendung machen kann. Federfußball oder auch Windsurfen hätte ich sonst vielleicht nie getestet – als Student ist das ja manchmal auch eine Frage des Geldes. Das Ausprobieren matcht aber auch mit unseren Charakteren.

Laura Ja, die Sendung entspricht schon unserem Naturell, dass wir sehr neugierig sind. Und auch wie wir es präsentieren: Stefan ist der Ausprobierer, der sich in die Fluten stürzt, und ich will die Hintergründe wissen und stelle viele Fragen. Das ist nicht geschauspielert. Deshalb können sich die Kinder damit auch identifizieren. Wir sind authentisch.

Was bedeutet es für euch, für Kinder zu drehen?

Stefan Sechs- bis Zwölfjährige interessiert nicht das perfekt aufgelistete Training, die wollen Emotionen sehen und dass wir echt sind. Deshalb ist es wichtig, einfach und emotional zu ihnen zu sprechen. Ich will den Kindern etwas Neues bieten, ein Aha!, was sie auch berührt.

Laura Die Sendung für und mit Kindern erinnert mich daran, selbst Kind zu bleiben und Dinge aus kindlicher Sicht zu sehen. Es ist gut, wenn man Regeln und gesellschaftliche Vorgaben abschüttelt und immer mal wieder ganz naiv an Dinge herangeht.

Laura überlegt etwas und findet noch einen anderen Aspekt wichtig.

Laura Ich bin mir sehr bewusst, dass wir die einzige deutsche Sportsendung für Kinder und Jugendliche sind. Wir haben den Bildungsauftrag. Ich erinnere mich heute noch an die ganzen Kika-Moderatorinnen und Moderatoren, die ich früher geguckt habe. Das waren Vorbilder! Wenn es früher so eine Sendung gegeben hätte, die mir gezeigt hätte, dass es nicht nur Turnen und Reiten gibt – vielleicht würde ich heute Unterwasserrugby spielen? Kinder sehen nur das, was man ihnen zeigt. Deshalb ist es mir so wichtig zu vermitteln, wie vielfältig der Sport ist.

Stefan Ein Kind früh zu erreichen mit einer Sendung, zu der die Eltern auch Vertrauen haben, ist so viel wert. Da kann es sehen: Was begeistert mich, was macht mich neugierig? Mir ist deshalb immer wichtig, dass die authentischen Szenen drinbleiben. Ich will lieber das schlechtere Bild, aber die echte Emotion. Wir sind keine Schauspieler und die Menschen, mit denen wir drehen, auch nicht. Ich bin mir nicht zu schade dafür, hinzufallen, etwas nicht zu können oder dabei nicht gut auszusehen. Ich habe zum Beispiel mega Schiss gehabt beim Turnen, weil ich nicht einmal eine Rolle rückwärts kann. Damit zeigt man einem Kind: Ich kann es nicht, aber ich mache es trotzdem. Und es ist sogar eine Kamera dabei – egal! Wenn ich mal hinfalle, kann ich dem Kind zeigen: Ich stehe wieder auf und es macht trotzdem Spaß.

Laura Kinder sind heute sowieso schon in einem wahnsinnigen Leistungsdruck. Wir vermitteln, dass es auch Spaß machen kann, wenn man es nicht super gut kann und nicht perfekt den Ball trifft oder Handstand kann.

Ein Herzensanliegen hat Laura noch.

Laura Im Sport steckt wirklich Herzblut drin. Aber gerade dieses Herz … da muss man gut drauf achtgeben. Nicht auf Biegen und Brechen beanspruchen. Das Herz ist der Motor unseres Körpers und Lebens. Man sollte auf das Herz hören und wenn man mal sich nicht gut fühlt, es auch lassen.

Unser neues gemeinsames Projekt sind die „BewegungsKicks mit Kids“. Erklärt doch mal kurz, welche Idee dahinter steckt!

Stefan Mit den Übungen, die wir jetzt mit euch aufgenommen haben, wollen wir zusammen Familien und Kinder erreichen. Es ist doch klar, dass man sie in so einer Zeit wie jetzt unterstützt und Anregungen zur Bewegung gibt. Wir wollen die Leute – aus dem Bergischen oder anderswo – motivieren, sich mit uns mit Freude zusammen zu bewegen. Das entspricht uns selbst ebenso wie euch von der BERGISCHEN.

Laura Wir und ihr wollen die ganze Familie erreichen. Wir sind zwar im Kinderprogramm, aber ich weiß, dass uns viele Eltern gerne mitgucken. Auch generationsübergreifend – mal unabhängig von Stefans Oma und Opa und meinen Eltern. Alle Generationen können noch Spaß an Bewegung haben! Wir wollen genauso wie ihr vermitteln: Man kann auch bis ins hohe Alter noch sportlich aktiv sein. Bewegung ist Fortbewegung und das Herz ist der Motor unserer Fortbewegung.

Stefan Mit den medialen Möglichkeiten heute hat sich so viel verändert … Das sehe ich, wenn ich durch mein Dorf gehe.

Laura Durch Corona hat sich aber auch entwickelt, dass die Familien wieder mehr zusammen Sport machen. Sei es eine Fahrradtour, sei es wandern… Da können wir ansetzen, indem wir aus unserem eigenen Erfahrungsschatz sprechen. Das ist das, was uns und die BERGISCHE verbindet: Ihr seid als Krankenkasse nahbar, und wir sind genauso greifbar.

BewegungsKicks mit Kids mit den Sportmachern

BewegungsKicks mit Kids,

den Sportmachern – und dir! Mach gleich mit.

Power dich aus mit unseren kurzen BewegungsKicks auf YouTube. Ein paar Minuten Sportspaß für die ganze Familie: Dafür ist immer Zeit. Der Booster für eure Gesundheit und gute Laune. Gleich reinklicken und lossporteln! 

Hier geht's zu unseren BewegungsKicks mit Kids auf YouTube

Pure Emotionen...

... damit kennen sich Laura und Stefan aus. Hier erzählen sie euch ihre Herzmomente im Sport:

„Ich habe nur noch geheult.“

Für Laura brach beim Sport fast eine Welt zusammen.

„Bei drei Erlebnissen bin ich über mich selbst hinausgewachsen“, erzählt Laura. Das erste war der Eignungstest für ihr Sportstudium in Tübingen. „Nach dem Abi befand ich mich in einer Lebenskrise und wusste nicht, was ich machen wollte“, gibt sie zu, „bis ich mir zum Ziel gesetzt habe, dass ich Sport studiere.“ Den ganzen Winter über ging sie jeden Tag ins Schwimmbad, um für die Aufnahmeprüfung zu trainieren. Laura verletzte sich, konnte beim ersten Termin nicht alle Übungen machen. Doch beim Nachholtermin erfüllte sie sich ihren Traum und bestand den Eignungstest.

 

Das zweite Erlebnis war Lauras erster Halbmarathon, das dritte ihr erster Triathlon 2019. „Das war mit der emotionalste Moment“, erinnert sie sich und meint nachdenklich: „Weißt du – wenn man als Sportler auf etwas hintrainiert, plant man sein Leben komplett um diesen Tag herum. Bis dahin muss man fit sein, alles andere wird hintangestellt.“ Mit einem Rookie-Projekt trainierte sie über vier Monate mindestens drei Mal pro Woche. Und dann, einen Tag vorm Start, am Tag der Startnummernausgabe, wurde die Veranstaltung abgesagt. Ein tiefer Seufzer entfährt ihr. „Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich habe nur noch geheult.“ Das war Ende August, die Saison war vorbei. Für September hatte sie Urlaub in Spanien gebucht. „Ich bin hingeflogen“, sagt Laura – und dann fand ihre Gruppe noch einen allerletzten Triathlon in Wesel eine Woche später. „Ich bin von Spanien nach Deutschland zurückgeflogen, um diesen Triathlon zu machen“, lacht sie. „Das war echt die verrückteste Aktion. Aber ich brauchte diesen Abschluss. Es hat geregnet während des Triathlons, ich kam mit blauen Händen und blauen Lippen ins Ziel – das Ziel ist noch zusammengebrochen – aber das war alles egal, weil die Gruppe schon im Ziel stand und alle mit mir gejubelt haben. Das Gemeinschaftsgefühl bedeutete mir alles.“

Stefans perfekte Welle

Stefans emotionalster Moment im Sport war die Eignungsprüfung an der Deutschen Sporthochschule, kurz: Spoho. „Ich kann alles mit Bällen super, der Rest geht nicht gut“, sagt er von sich selbst. Kurz vor dem Termin verletzte er sich, trat gegen jeden ärztlichen Rat zur Prüfung an. „Ich konnte gleich die erste Übung nicht machen. Damit war der eine Fehler, den ich bei zwanzig Aufgaben frei hatte, schon weg – morgens um 6:30 Uhr! Vor lauter Aufregung habe ich die nächste Übung fast auch in den Sand gesetzt. Und dass ich es dann gepackt habe, war für mich schon ein bisschen magic.“

Dann fällt ihm ein: „Mein Herzmoment im Sport … da war noch einer. Ich fand Wasser schon immer geil, ich liebe das Meer – aber ich hatte noch nie Sport auf dem Meer gemacht.“ Dann kam der Bodyboarding-Dreh für die Sportmacher-Sendung: „Man liegt eigentlich nur auf einem Brett, und die Welle war vielleicht dreißig Zentimeter hoch. Aber für mich hat es sich angefühlt wie eine Dreimeterwelle.“

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