Yoga als Therapie für Erwachsene

Yoga kann als Therapievariante bei Beschwerden helfen

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Yoga wirkt positiv bei Übergewicht, Bluthochdruck und Depressionen

Immer mehr Menschen in Deutschland praktizieren Yoga. Für die einen stehen Fitness und körperliches Wohlbefinden im Vordergrund. Für andere zählen Spiritualität und Meditation. Yoga kann auch als Therapievariante bei Beschwerden helfen – körperlich und psychisch.

Elf Millionen Menschen in Deutschland, mehr als 16 Prozent der Bevölkerung, haben schon einmal Yoga ausprobiert. Fast jeder Dritte ist dauerhaft dabeigeblieben. Die Zahl der Praktizierenden wächst. Die Yogapraxis stellt ein ganzheitliches Übungssystem dar. Man kann als „Einheit“, „Verbindung“ und „Harmonie“ übersetzen. Praktizierende sprechen davon, dass Yoga „den eigenen Körper beseelt. Für die einen stehen beim Yoga die Fitness und das körperliche Wohlbefinden im Vordergrund. Für andere zählen Spiritualität und Meditation.

Yoga kann auch als Therapievariante bei Beschwerden helfen – körperlich und psychisch. Das zeigten wissenschaftliche Untersuchungen. Positive Auswirkungen wurden sichtbar im Zusammenhang mit Übergewicht, Bluthochdruck und Depressionen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen empfehlen Yoga als sogenannten „komplementären“ Ansatz. Das heißt: Yoga lässt sich in Ergänzung zu „klassischen“ Therapien anwenden.

Yoga und Übergewicht

Übergewicht und Adipositas zählen zu den Risikofaktoren für chronische Erkrankungen. Die lassen sich vermeiden.

Studien zeigen, dass Yoga sich nicht nur positiv auf das Verhältnis von Taillenumfang zu Hüftumfang (Waist-to-hip-ratio) auswirkt. Auch eine Abnahme des Body-Mass-Index zeigte sich bei übergewichtigen Teilnehmenden.

Mit einer 12-wöchigen Yoga-Intervention schafften es Frauen mit „abdomineller Adipositas“, ihren Bauchumfang innerhalb von drei Monaten stark zu reduzieren. Die 60 Probandinnen führten die Einheiten zweimal wöchentlich für jeweils 90 Minuten durch.

So hilft Yoga bei Übergewicht:

  • Aktiviert den Stoffwechsel
  • Verbessert die Körperzusammensetzung
  • Gewichtskontrolle

Yoga und Bluthochdruck

Nicht immer muss eine Sport-Einheit schweißtreibend und anstrengend sein, um Effekte zu erzielen. Zum Beispiel können auch Atemtechniken zu positiven „Anpassungserscheinungen“ bei Bluthochdruck führen. Medizinische Studien zeigen, dass eine zwölfwöchige Behandlung eine Abnahme des sogenannten „systolischen 24-Stunden-Blutdrucks“ hervorrufen kann. Der systolische Blutdruck misst den Druck beim Herzschlag – also wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und sauerstoffreiches Blut in die Gefäße pumpt. Die „Behandlung“ (= Intervention) beruhte nur auf Atem- und Meditationstechniken. Um den „systolischen“ Blutdruck dauerhaft zu senken, sind verschiedene Yogaübungen und eine moderate Intensität nötig.

So hilft Yoga bei Bluthochdruck:

  • Senkt den systolischen Blutdruck
  • Fördert der Bildung neuer Blutgefäße

Yoga in der Krebsbehandlung

Obwohl 1981 bereits die erste Krebssportgruppe existierte, war körperliche Aktivität in der Krebstherapie lange Zeit sehr umstritten. Viele Ärztinnen und Ärzte äußerten Bedenken: Sie glaubten, Bewegung könne eine Verbreitung von Metastasen begünstigen. Die damaligen Vermutungen wurden jedoch inzwischen widerlegt.

In der „supportiven“ Onkologie ist Yoga im Rahmen der Bewegung ein wichtiger Bestandteil. Yoga fördert die Achtsamkeit. Es trägt zur Entspannung bei und kann stabilisierend wirken. Tang et al. (2019) zeigen, dass das Praktizieren von Yogaübungen Depressionen und Ängste senkt, sowie das Selbstwertgefühl steigert. Darüber hinaus berichten zahlreiche Studien über die Wirksamkeit bei Schlafstörungen und beim krebs- und therapiebedingten Erschöpfungssyndrom („Fatigue-Syndrom“). Medizinische Studien stufen Yoga als machbar und durchführbar ein – auch für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Mobilität.

Allerdings fällt es vielen Menschen schwer, die richtige Intensität zu finden. Experten und Expertinnen empfehlen deshalb ein angeleitetes Programm. Das ergibt ohnehin Sinn, um die Übungen korrekt auszuführen. Für positive Ergebnisse wird ein Zeitraum von mindestens acht Wochen empfohlen mit wöchentlich drei Einheiten bei moderater Intensität.

 

So hilft Yoga in der Krebsbehandlung:

  • Yoga kann Angst und Traurigkeit verringern, die mit der Erkrankung einhergehen
  • Wirkt gegen das Krebs- und therapiebedingte Fatigue-Syndrom
  • Reduziert Entzündungen 

Yoga und chronische Rückenschmerzen

Menschen in Deutschland berichten häufig von Rückenschmerzen. Zwischen Oktober 2019 und März 2020 hat das Robert-Koch-Institut eine telefonische Befragung durchgeführt. Rund 5.000 Deutsche nahmen teil. 61,3 Prozent der Befragten gaben an, dass sie im Jahr zuvor mindestens einmal unter Rückenschmerzen gelitten haben. 15,5 Prozent berichten sogar von chronischen Rückenschmerzen.

Yoga-Übungen können chronische Schmerzen deutlich lindern. Sherman et al. (2005) berichten in ihrer Studie von 101 Teilnehmenden, die über zwölf Wochen lang 75 Minuten pro Woche Viniyoga praktizieren. Das ist eine leicht zu erlernende und therapeutisch ausgerichtete Yoga-Variante. Sowohl die Beweglichkeit als auch die Schmerzsymptomatik verbesserten sich stetig. Lediglich 21 Prozent der Studienteilnehmenden gaben an, dass sie im Anschluss weiterhin auf ihre Schmerzmittel zurückgegriffen haben.

Weitere Studien zeigen sogar, dass sich Yoga mit der klassischen Physiotherapie vergleichen lässt. Fest steht, dass beide Verfahren nachhaltiger wirken als eine Therapie, die ausschließlich auf der Einnahme von Medikamenten beruht.

So hilft Yoga dem Rücken:

  • Kräftigt die Muskulatur, verbessert die Durchblutung und Körperhaltung
  • Lindert dadurch chronische Schmerzen
  • Verbessert die Beweglichkeit

Yoga und Depressionen

Bei Depressionen und Angstzuständen erweisen sich seit einigen Jahren auch Therapieformen, die keine Medikamente vorsehen. Wissenschaftliche Experimente zeigen, dass Bewegung und vor allem Yoga eine wichtige Rolle beim Verringern von Beschwerden spielen. Mit einem ganzheitlichen Ansatz beeinflussen Yoga-Praktizierende ihre Psyche. Yoga beweist, dass ein regelmäßiges „Herunterfahren“ sinnvoll ist. Eine Yoga-Übung ist so aufgebaut, dass Herausforderung und Loslassen in einem Rhythmus aufeinanderfolgen. Nicht die Aufgabe entscheidet, wann sich der Körper zur Ruhe begibt. Jeder entscheidet dies für sich selbst. Eine niederländische Studie zeigte, dass ein wöchentliches Yoga-Training über zwei Monate Angstgefühle, Stress und depressive Symptome verringern kann. Vor allem Bikram-Yoga soll nach wissenschaftlichen Untersuchungen aus den USA depressive Symptome abschwächen. Bei dieser Variante wird der Trainingsraum auf 35-40 Grad Celsius aufgeheizt.

So hilft Yoga bei Depressionen:

  • Verringert depressive Symptome
  • Baut Spannungen und Angst ab
  • Steigert das Selbstvertrauen

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Autorin: Jane Kersten

Quellen:

  • Cramer, Holger; Sellin, Charlotte; Schumann, Dania; Dobos, Gustav (2018): Yoga in Arterial Hypertension. In: Deutsches Arzteblatt international 115 (50), S. 833–839. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0833.
  • Lauche, Romy; Langhorst, Jost; Lee, Myeong Soo; Dobos, Gustav; Cramer, Holger (2016): A systematic review and meta-analysis on the effects of yoga on weight-related outcomes. In: Preventive medicine 87, S. 213–232. DOI: 10.1016/j.ypmed.2016.03.013.
  • Papadopoulos, Dimitrios; Papadoudis, Apostolos; Kiagia, Maria; Syrigos, Konstantinos (2018): Nonpharmacologic Interventions for Improving Sleep Disturbances in Patients With Lung Cancer: A Systematic Review and Meta-analysis. In: Journal of pain and symptom management 55 (5), 1364-1381.e5. DOI: 10.1016/j.jpainsymman.2017.12.491.
  • Vollbehr, Nina K.; Hoenders, H. J. Rogier; Bartels-Velthuis, Agna A.; Nauta, Maaike H.; Castelein, Stynke; Schroevers, Maya J. et al. (2020): A mindful yoga intervention for young women with major depressive disorder: Design and baseline sample characteristics of a randomized controlled trial. In: International journal of methods in psychiatric research 29 (2), e1820. DOI: 10.1002/mpr.1820.

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