Zwei Contoller im Bergische Krankenkasse Design werden von zwei Männern gehalten.

Mentales Training

Dein Kopf zockt mit!

Welchen Einfluss hat mein Kopf auf das Spiel?

Was ist Mentaltraining? Unter Mentaltraining werden verschiedene psychologische Maßnahmen und Methoden zusammengefasst, welche die eigene Leistung fördern. Dabei geht es um ein nicht-körperliches Training, d.h. das Spiel wird dazu nicht benötigt!

Beginnen wir mit einer einfachen Frage, die du dir selbst stellen kannst:

Wie groß schätzt du den mentalen Anteil an deiner Spielleistung ein?

Auch wenn es keine wissenschaftliche Antwort auf diese Frage gibt, und es bei jedem/er Spieler/in anders sein kann, können wir immer einen mentalen Anteil im eSports feststellen. Doch oft wird dieser Aspekt beim Training und Üben des Spiels wenig bis gar nicht trainiert. Warum eigentlich?

Dein Kopf zockt mit!

Wir alle kennen Situationen, wo wir aufgrund mentaler Faktoren schlechter spielen als wir es normalerweise machen. Einige typische Beispiele dafür sind:

  • Tilten und Tiltverhalten z. B. wenn du dich aufregst, weil der Gegner ein Tor geschossen hat oder der Gegner dich beleidigt
  • Kaltstart, d. h. du hast kein (mentales) Aufwärmtraining gemacht. Wenn du dich warm machst kannst du dich auch mental Aufwärmen, indem du dich z. B. (psychisch) aktivierst
  • Zu viel Stress in einer Situation z. B. wenn du der letzte Überlebende bist und versuchst die Runde gegen eine Vielzahl an Gegnern zu gewinnen
  • Motivation: du hast gerade ein Spiel verloren und hast keine Lust mehr auf weitere Spiele oder auf weiteres Training

Tilten – Wenn die Emotionen deinen Spielfluss stören

Kennst du eine Situation, in der du dich auf das Spiel freust, du konzentrierst reingehst und du einfach nur gewinnen willst. Doch dann schafft es der Gegner ein Tor zu schießen oder dich niederzustrecken. Deine Reaktion? Du regst dich auf, wirst lauter, schmeißt vielleicht sogar den Controller weg oder haust auf den Tisch. Dieses Verhalten wird Tilten genannt und ist eine emotionale Reaktion. Oft bleibt es nicht bei einem kurzen Aufreger, die Situation und der Gedanke daran begleitet Spieler oft länger und kann auch zu einem verfrühten inneren Aufgeben führen. 

Du kannst verschiedene Techniken ausprobieren und lernen, um dein Tilt-Verhalten zu ändern. Somit kannst du nach einer Tilt-Reaktion dich wieder auf das Spiel konzentrieren. Wir geben dir hier einige Tipps an die Hand:

Techniken für einen besseren Tilt-Umgang

  • Reflektiere dein eigenes Verhalten, auch mit Unterstützung von Teamkollegen und Trainern (Was mache, denke, fühle ich in einer Tilt-Situation?).
  • Eine einfache und schnelle Technik: die tiefe Atmung. Atme 3 Sekunden tief ein, halte den Atem für 2 Sekunden an und atme wieder 3 Sekunden aus. Wiederhole die Atmung, solange du kannst und brauchst.
  • Plane alternative Handlungen, wenn du Tiltest. Du kannst es in einen „Wenn … Dann …“ Satz bauen und in den Situationen einsetzen. Zum Beispiel: Wenn ich früh ein Gegentor bekomme, atme ich kurz durch und konzentriere mich auf den Anstoß.
  • Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung eines Gedankenstopp. Beim Aufkommen der Emotionen denke an ein Stopp-Schild. Diese Technik kann deine negativen Gedanken stoppen und du kannst dich wieder auf das Spiel konzentrieren.

Mentales Aufwärmen

Einfach den PC oder die Konsole starten und direkt in das Pokalfinale starten? Das funktioniert oft nicht gut. Profifußballspieler z. B. machen sich auch vor Wettbewerbsspielen lange körperlich und mental warm. Viele Gamer machen sich vor einem Spiel bereits warm z. B. beim Aimtraining oder einfach beim Spiel gegen Computergegner. Diese Tipps können dir beim Aufwärmen helfen:

  • Finde deine eigene Aufwärmroutine, die du regelmäßig durchführst. So wissen dein Körper und dein Kopf sofort, dass es gleich los geht
  • Wenn du zu angespannt bist, nutze Entspannungstechniken
  • Wenn du zu entspannt bist, nutze Möglichkeiten zur Anspannung und zeige deinem Geist, dass du aktiv bist
  • Probiere verschiedene Dinge aus und prüfe, was dir hilft. Dabei können Musik, sportliche Übungen wie Dehnen oder Kraftübungen oder eigene Selbstinstruktionen sein

Ausgeglichenheit und Entspannung

Nach der Schule oder der Arbeit direkt zocken und da weitermachen, wo man aufgehört hat: Ein ausgeruhter und ausgeglichener Geist liefert bessere Leistung, als wenn man dauerhaft unter Strom ist. Es gibt viele Möglichkeiten einen Ausgleich zu finden oder eine Pause einzulegen:

  • Versorge dich ausreichend mit Essen und Trinken, lieber Wasser als Energydrinks
  • Ein Spaziergang kann Wunder bewirken
  • Ausreichend Schlaf ist sehr wichtig; Schlafmangel hat Auswirkungen auf die Konzentration und Reaktionsfähigkeit!
  • Nutze vielseitige Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Meditation
  • Wir unterstützen dein Vorhaben mit bis zu 560 € für zertifizierte Entspannungskurse

Vorurteile im Gaming

Videospiele machen Aggressiv

Die Aussagen werden oft bei gewalttätigen Ereignissen in Schulen publik gemacht z.B. bei Amokläufen hieß es oft, dass der Täter „Killerspiele“ gespielt habe. Eine Antwort auf die Frage kann die Studie von Coyne und Stockdale zeigen. Über 10 Jahre hinweg wurden Kinder und Jugendliche beobachtet und. Verschiedene Themen wurden dabei untersucht, dabei auch das Level der Aggressionen. Über die 10 Jahre zeigten sich zwischen den eingeteilten Gruppen keine signifikanten Unterschiede zwischen gewalttätigen Videospielen und verstärkter Aggressivität bei der Testgruppe. Ähnliche Ergebnisse waren bereits bei einer Studie aus dem Jahr 2008 bekannt. Die Forscher Ferguson und Kollegen zeigten in zwei Studien, dass zum einen Gewaltbereite Videospiele keinen Zusammenhang mit Unterschieden in der Aggression im echten Leben hat sowie gewalthaltige Videospiele kein Gewaltverbrechen vorhersagen.

Booster oder Energydrink zum Zocken

Viele können ohne die zuckerhaltigen Koffeindosen nicht spielen. Für viele Spielerinnen und Spieler hilft es bei der Konzentration – für manche geht es gar nicht ohne oder es ist der Grund, weshalb jemand schlecht spielt. Doch wie gut helfen die Getränke wirklich?

Die Wirkung von den Getränken lässt sich in zwei Bereiche unterteilen: bio-chemische Reaktion und psychologische Reaktion.

 

Biochemische Reaktion

  • Beim Konsum der Produkte kommt es zu einem spürbaren Effekt – die Stoffe stimulieren das Herzkreislauf- und Nervensystem
  • Der kurzfristige Vorteil ist bemerkbar - die Person fühlt sich wacher
  • Dabei können auch Nachteile entstehen wie Herzrasen, Übelkeit, oder Nervosität

Psychologische Reaktion

  • Neben den Auswirkungen auf den Organismus gibt es auch einen psychologischen Effekt namens Placebo Effekt
  • Placebo bedeutet, dass ein konsumierter Stoff auch ohne eine wissenschaftliche Wirkung positive Auswirkungen hat, weil ich an eine Wirkung denke oder glaube
  • Als Beispiel: Booster werden oft mit positiven Worten vermarktet und sind vergleichsweise teuer. Als Käufer glaube ich bewusst oder unterbewusst die Eigenschaften und deute nach Konsum die positiven Eigenschaften bei meinem Spiel dazu
  • Es kann also sein, dass nach Konsum ich positive Effekte spüre, die aufgrund des Placebo-Effekts zustande kommen

Fazit

Es gibt zwei Seiten, die beachtet werden sollten:

  • Zum einen gibt es Effekte durch den Konsum, die Spieler sich wünschen (wacher werden, besser spielen).
  • Zum anderen sind die Produkte nicht günstig, können Nebenwirkungen haben und sollten laut Empfehlung von Ärzten nicht übermäßig konsumiert werden.

Die Frage ist: brauche ich solche Mittel, oder versuche ich durch mentale Techniken die gleichen Effekte ohne weitere Kosten zu erreichen?

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