12 Bewegungsmythen

auf der Spur

Bewegung und Sport tragen essentiell dazu bei langfristig gesund zu bleiben und Krankheiten vorzubeugen. Mit unserer Kampagne "Tu es für dich" wollen wir Sie ermutigen und Ihnen dabei helfen mehr Bewegung in Ihren Alltag zu integrieren.

Dafür analysieren wir insgesamt 12 weitverbreitete Aussagen rund um das Thema Bewegung und Sport und gehen der Frage nach, ob es sich hierbei um Wahrheit oder Mythos handelt.

Zu Beginn präsentieren wir Ihnen 4 Mythen und ab dem 26. Januar 2022 wöchentlich einen neuen Mythos. Viel Spaß.

 

1. Beugen Dehnübungen vor dem Training Verletzungen vor?

Es ist Sonntagmittag. Wir stehen am Fußballplatz. Zwei Mannschaften wärmen sich auf. Auch verschiedene statische Dehnübungen stehen auf dem Programm. Denn das Dehnen vor dem Sport beugt ja schließlich Verletzungen vor.

Wahr oder falsch?

Falsch gedacht! Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass Dehnübungen vor einer Aktivität Verletzungen vorbeugen.

Quellen:

2. Ist Krafttraining für Kinder geeignet?

„Krafttraining schadet Kindern mehr als es ihnen nützt. Ihre Körper befinden sich noch im Wachstum und die Knochendichte ist noch nicht so ausgeprägt wie bei Erwachsenen. Dadurch verhindert intensives Krafttraining die Wachstumsfugen der Knochen und schädigt Gewebe und Sehnenansätze der großen Muskelgruppen.“

Wahr oder falsch?

Die Aussage, dass Krafttraining Kindern schadet, ist längst widerlegt. Auch Kinder profitieren von einem regelmäßigen Krafttraining mit ihrem Eigengewicht oder mit moderatem zusätzlichem Gewicht. Natürlich immer unter professioneller Anleitung und auf spielerische Art und Weise. So macht Sport Spaß, und die Motivation bleibt.

Mehr lesen? Hier geht's zum Artikel.

Quellen:

3. Stärkt Sport das Immunsystem?

Sport hat einen positiven Einfluss auf das Immunsystem und stärkt auf lange Sicht die Abwehrkräfte des Körpers und das Herz-Kreislauf-System.

Wahr oder falsch?

Ja und nein. Auf lange Sicht betrachtet stimmt es: Sport stärkt unser Immunsystem. Allerdings sind wir direkt nach der Sporteinheit geschwächt und unser Immunsystem fährt runter. Der sogenannte „Open Window Effekt“ kann eintreten. Daher ist es wichtig, dass man sich nach dem Sport warm genug anzieht und ausruht. Der Körper sollte also nicht weiter stark belastet werden. Auch hier spielt eine gesunde, proteinreiche Ernährung eine entscheidende Rolle.

Quelle:

4. Muss Sport oder Bewegung immer anstrengend sein?

Erst, wenn sich die Muskeln richtig hart anfühlen und man seine Arme und Beine kaum noch bewegen kann, hat man intensiv Sport gemacht. Dabei gilt die Devise: Je anstrengender die Sport- oder Bewegungseinheit, desto effektiver war das Training bzw. die Einheit. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass sich die sportliche Intensität auch auf das Vorbeugen von Erkrankungen auswirkt. Hartes Training zahlt sich also doppelt aus!

 

Wahr oder falsch?

Dem ist nicht so. Auch moderate Bewegung beugt vielen Erkrankungen vor, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Krebserkrankungen, Osteoporose, Adipositas, Diabetes Typ-2. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren eine wöchentliche sogenannte „aerobe“ Aktivität von mindestens 150 – 300 Minuten mit einer moderaten bis hohen Intensität.

Quelle:

5. Kann man gezielt Fett am Körper abbauen?

Wer beispielsweise nur mit einem Hula-Hoop Reifen trainiert, der nimmt nicht automatisch am Bauch und an der Hüfte ab. Genauso verhält es sich, wenn man lediglich Sit-Ups macht, um seinen Bauchumfang zu verringern. Die Ursache dafür ist, dass beim Fettabbauprozess die Energie aus allen Fettdepots des menschlichen Körpers gewonnen wird und nicht nur aus dem am stärksten beanspruchten Körperbereich, hier hilft auch kein Hula-Hoop-Reifen.  

Wahr oder falsch?

Es ist nicht möglich an gezielten Körperstellen Fett abzubauen. Bei der Fettverbrennung zieht der Körper die benötigte Energie aus dem Fettzell-Speicher. Da er die Energie aus allen Fettdepots im Körper gewinnt, kann ein einzelnes bzw. bestimmtes Fettdepot nicht beansprucht werden. Somit kann die Taille beispielweise nicht mit einem Hula-Hoop-Reifen gezielt schlanker trainiert werden.

Quelle:

6. Reicht Laufen gehen alleine zum Abnehmen?

Wer sportlich aktiv ist und laufen geht, der lässt Kalorien und Fettzellen nur so dahin schmelzen und baut Muskeln auf, die den Körper stabilisieren und attraktiv wirken lässt. Wer abnehmen will, sollte also auf jeden Fall regelmäßig Laufen gehen.

Wahr oder falsch?

Laufen ist super hilfreich und unterstützt beim Abnehmen definitiv. Allerdings liegt das Hauptaugenmerkmal auf der Ernährung, besonders beim Abnehmen. Wer mehr isst, als er verbraucht (Grundumsatz), der nimmt zu, selbst wenn man sich nur von „gesunden“ Sachen oder den so genannten „Superfoods“ ernährt. Der einzige Schlüssel zum Abnehmen ist ein Kaloriendefizit.

Quelle:

7. Ist Muskelkater ein gutes Zeichen für effektives Training?

Je härter man trainiert, desto eher tritt Muskelkater auf. Er schmerzt und ist ein eindeutiger Beweis, dass wir gut und effektiv trainiert haben.

Wahr oder falsch?

Diese Aussage ist nicht korrekt. Der Muskelkater ist kein eindeutiges Indiz für ein effektives Training. Die falsche Durchführung von Bewegungsabläufen oder das Ausüben einer ungewohnten Sportart können die Entstehung eines Muskelkaters ebenso begünstigen wie hartes Training.

Hier gehen wir auf den Mythos noch einmal im Detail ein.

8. Gibt mein Smartphone/Fitnesstracker genau an wie viele Kalorien ich verbrauche?

Fitnesstracker und Fitnessapps sind so begehrt wie nie zuvor. Egal ob im Fitnessstudio, beim Schwimmen oder Laufen – überall werden Sie verwendet, um die verbrannten Kalorien zu tracken. Sie sind ein absolut hilreiches Werkzeug, um seine Aktivitäten zu messen und diese im Wochen bzw. Monatsrhythmus zu vergleichen. Darüber hinaus lassen sich die Werte mit Freunden teilen und als potentielle Sport-Challenge nutzen.

Wahr oder falsch?

Fitnesstracker sind nützliche Werkzeuge für sportliche Aktivitäten. Doch Achtung! Sie liefern keinesfalls punktgenaue Angaben. Je nach Modell weichen Fitnesstracker zwischen 17 und 60 % von der tatsächlich verbrauchten Kalorienanzahl ab. Jeder Mensch verbrennt unterschiedlich viele Kalorien, abhängig von seinem Gewicht und seiner körperlichen Form und Fitness. Wir verbrennen selbst im Ruhezustand Kalorien. Es ist sicherlich eine grobe Hilfe, um die Kalorien zu schätzen, allerdings gibt es kein Gerät o. Ä. das eine hundertprozentige Antwort geben kann. Nichtsdestotrotz sind Fitnesstracker ein motivierendes und hilfreiches Utensil, um seine sportlichen Ziele zu erreichen.

Quelle:

9. Kann man im Alter noch sportlich sein?

Es spielt keine Rolle wie alt wir sind: Sport tut gut und kann aus uns auch im hohen Alter einen leistungsfähigen Sportler (in der jeweiligen) Altersklasse machen. Insbesondere im Alter geht es darum, die Selbstständigkeit aufrecht zu erhalten und so lange wie möglich fit und gesund zu sein. Sport hilft dabei, indem man Kraft aufbaut und die Kondition fördert.

Wahr oder falsch?

Definitv ja! Und falls es einer weiteren Motivation bedarf: Es gibt sogar über Hundertjährige, die an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen. Also, runter vom Sofa und rein in die Trainingsklamotten.

Quelle:

10. Muss man für Yoga beweglich sein?

Im Schneidersitz zu sitzen schmerzt bereits nach wenigen Sekunden? Aus dem Stand lassen sich die Zehen nicht berühren? Dann sind Sie für Yoga leider völlig ungeeignet, denn Yogaübungen zeichnen sich durch ein hohes Maß an körperlicher Beweglichkeit und Gleichgewichtsgefühl aus. Möglicherweise ist eine andere Sportart besser für Ihre momentane Situation geeignet.

Wahr oder falsch?

Die Annahme ist absolut falsch. Im Yoga geht es nicht darum, besonders beweglich zu sein, sondern seinem Körper Entspannung und etwas Gutes zu tun. Zwar können erste Übungen bei mangelnder Beweglichkeit schmerzhaft sein, aber je häufiger man die Übung wiederholt, desto mehr  verbessert sich auch die körperliche Beweglichkeit. Verspannungen lösen sich, Rücken- und Kopfschmerzen lassen nach und man findet seine innere Mitte wieder.

11. Bleibt der Körper den ganzen Tag gleich groß?

Unser Alltag hat keinen Einfluss darauf, ob wir am Tag größer oder kleiner werden. Sobald wir biologisch ausgewachsen sind halten wir die Körpergröße bis ins höhere Alter, unabhängig unserer täglichen Aktivitäten.

Wahr oder falsch?

Falsch! Tatsächlich verliert jeder Mensch tagsüber an Körpergrösse. Und zwar schrumpft ein Mensch tagsüber um bis zu drei Zentimeter. Den Grund dafür findet man im Bereich der Wirbelsäule. Über den Tag verlieren die Bandscheiben Flüssigkeit und werden dadurch dünner. Anders verhält es sich mit den Füßen. Je länger wir unsere Füße am Tag beansprucht haben (Langes Stehen oder Laufen), desto eher nehmen die Füße an Umfang zu. Deswegen der Tipp: Schuhe lieber nachmittags oder abends anprobieren.

Quelle:

  • Zimmer, P. & Appell, H-J. (2021). Funktionelle Anatomie. Springer.

12. Bekommt man auch als Frau große Muskelberge durch Krafttraining?

Regelmäßiges und langjähriges Krafttraining kann auch bei Frauen große Muskelberge entstehen lassen. Wenn Sie aussehen wollen wie das weibliche Ebenbild von Arnold Schwarzenegger, dann machen Sie es ihm gleich mit vielen Sessions im Kraftraum.

Wahr oder falsch?

Das ist ein Mythos, denn Frauen bauen langsamer Muskeln auf als Männer. Warum? Das erklärt Alicia Strauch, Leiterin des Fitnessstudios des Wald-Merscheider Turnvereins 1861 e.V. (WMTV) in Solingen. Außerdem gibt die gelernte Sport- und Fitnesskauffrau Tipps für Frauen, die sich fürs Krafttraining interessieren.

Wir wissen – es gibt Schöneres als die Krankenkasse zu wechseln.

Deswegen ist bei uns der Wechsel auch so angenehm wie möglich: Sie werden Mitglied und wir machen für Sie den Rest.

jetzt Mitglied werden