Vorsorgeleistungen gesetzlicher Krankenkassen

Die Gesundheit nicht dem Zufall überlassen

Die Gesundheit ist das höchste individuelle Gut und die Basis aller Aktivitäten und des eigenen Wohlbefindens. Oftmals nehmen wir es als reine Selbstverständlichkeit an, gesund zu sein. Erst wenn es zu spät ist, fragen wir uns: „Hätte ich etwas anders machen und die Erkrankung dadurch verhindern können?“ Denn feststeht: Viele Krankheiten entstehen in der Regel erst im Laufe des Lebens und sind nicht von Geburt an gegeben. Durch Vorsorgeuntersuchungen lassen sich Erkrankungen oder deren Vorstufen frühzeitig erkennen und behandeln. So tragen Sie selbst aktiv dazu bei, Ihre eigene Gesundheit so lange wie möglich zu erhalten.

Doch welche gesetzlichen Vorsorgeleistungen gibt es und was muss ich beachten? Wir klären auf!

Welche gesetzlichen Vorsorgeleistungen werden von der Krankenkasse übernommen?

Früherkennungsuntersuchungen für Kinder

  • U-Untersuchungen: Dienen der Früherkennung von Krankheiten und Entwicklungsstörungen bei Kindern. Diese haben ein Anrecht auf zehn U-Untersuchungen. Die erste findet direkt nach der Geburt statt, die letzte im sechsten Lebensjahr (U1 bis U9 mit U7a).
  • J-Untersuchung: Jugendliche können sich zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr ärztlich untersuchen lassen und auf Wunsch empfohlene Impfungen nachholen. Jugendliche können diese Untersuchung alleine wahrnehmen. Sie bietet darüber hinaus die Gelegenheit, sich mit persönlichen Themen an die Ärztin oder den Arzt zu wenden.
  • Untersuchung auf Zahn-, Kiefer- und Mundkrankheiten: Diese Untersuchung dient dazu, Erkrankungen der Zähne oder des Zahnfleischs zu erkennen. Kinder bis zu sechs Jahren haben Anspruch auf insgesamt sechs Untersuchungen. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren können sich zweimal im Jahr untersuchen lassen.

Früherkennungsuntersuchungen für Erwachsene

  • allgemeine Gesundheitsuntersuchung (Gesundheits-Check-up): Bei dieser Untersuchung fragt die Ärztin oder der Arzt nach dem Lebensstil, Impfungen, der eigenen und der familiären Krankheitsgeschichte. Der Blutdruck wird gemessen und Blut und Urin werden auf Blutfette und Zucker untersucht. Damit sollen Risikofaktoren und Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nieren- und Krebserkrankungen, frühzeitig erkannt werden. Der Gesundheits-Check-up kann zwischen 18 und 35 Jahren einmal und ab 35 Jahren alle drei Jahre in Anspruch genommen werden. Eine einmalige Untersuchung auf Hepatitis B und C kann ebenfalls ab 35 Jahren vorgenommen werden.
  • zahnärztliche Kontrolluntersuchungen: Erwachsene ab 18 Jahre können zweimal im Jahr zu einer Kontrolluntersuchung gehen, bei der Erkrankungen der Zähne oder des Zahnfleischs erkannt werden sollen. Einmal im Jahr kann eine Zahnsteinentfernung und alle zwei Jahre die Parodontitis-Früherkennung in Anspruch genommen werden.
  • Hautkrebs-Screening: Beim Hautkrebs-Screening untersucht eine Ärztin oder ein Arzt den gesamten Körper auf Hautveränderungen, um möglichst früh Krebserkrankungen wie den schwarzen Hautkrebs zu entdecken. Diese Untersuchung kann ebenfalls ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden.
  • Test auf verstecktes Blut im Stuhl: Diese Untersuchung soll helfen, Darmkrebs frühzeitig zu entdecken. Eine Stuhlprobe wird daraufhin untersucht, ob diese nicht sichtbares Blut enthält. Dies kann auf Krebs oder Polypen im Darm hinweisen. Wenn Blut im Stuhl entdeckt wurde, schließt sich eine Darmspiegelung an, um die Ursache abzuklären. Alle gesetzlich Versicherten im Alter von 50 bis 54 Jahren haben einmal im Jahr Anspruch auf diese Untersuchung, ab 55 Jahren alle zwei Jahre – es sei denn, sie entscheiden sich für eine Darmspiegelung.
  • Darmspiegelung: Eine Darmspiegelung dient zur Früherkennung und Vorbeugung von Darmkrebs. Männer können sie ab dem Alter von 50 Jahren, Frauen ab dem Alter von 55 Jahren zweimal in Anspruch nehmen. Zwischen den beiden Untersuchungen müssen zehn Jahre Abstand liegen. Wenn man sich für die Darmspiegelung entscheidet, ist in den zehn Jahren danach auch kein Stuhltest nötig.

Explizite Früherkennungsuntersuchungen für Frauen

  • Chlamydien-Screening: Chlamydien sind Bakterien, die sexuell übertragen werden können. Eine Chlamydien-Infektion erhöht das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und kann zu Unfruchtbarkeit führen. Damit eine Infektion rechtzeitig erkannt und behandelt wird, können Frauen bis zum Ende des 25. Lebensjahrs eine jährliche Untersuchung auf Chlamydien wahrnehmen. Dabei wird eine Urinprobe Chlamydien untersucht.
  • Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs: Hierbei werden Zellen vom Gebärmutterhals abgestrichen und in einem Labor auf auffällige Veränderungen untersucht. Frauen zwischen 20 und 34 Jahren können einmal jährlich diesen sogenannten Pap-Test in Anspruch nehmen. Frauen ab 35 können alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung aus Pap-Test und einem HPV-Test wahrnehmen. Der HPV-Test sucht nach bestimmten Viren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können.
  • Tastuntersuchung der Brust: Beide Brüste und die umliegenden Lymphknoten werden von einer Ärztin oder einem Arzt genau betrachtet und für die Brustkrebsfrüherkennung abgetastet. Frauen ab 30 haben einmal pro Jahr Anspruch auf eine Tastuntersuchung.
  • Mammografie-Screening: Das Mammografie-Screening hat ebenfalls zum Ziel, Brustkrebs möglichst früh zu entdecken. Dabei werden beide Brüste geröntgt. Die Untersuchung kann von Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre beansprucht werden.
  • Untersuchungen in der Schwangerschaft: Entwickelt sich das ungeborene Kind normal und ist die Mutter gesund? Jede Schwangere kann alle vier Wochen eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen, in den letzten zwei Schwangerschaftsmonaten alle zwei Wochen. Zu den Standarduntersuchungen gehören körperliche Untersuchungen wie das Abtasten des Bauches, regelmäßige Blutabnahmen sowie Ultraschalluntersuchungen. Darüber hinaus werden verschiedene Tests angeboten, um Schwangerschaftsdiabetes, Chlamydien und HIV auszuschließen.

Explizite Früherkennungsuntersuchungen für Männer

  • Prostata- und Genitaluntersuchung: Bei dieser Untersuchung werden die Prostata und die äußeren Genitalien abgetastet, um Prostatakrebs und Erkrankungen der Geschlechtsorgane frühzeitig zu erkennen. Männer haben ab 45 Jahren einmal jährlich Anspruch auf diese Untersuchung.
  • Screening auf Aneurysmen der Bauchaorta: Männern über 65 Jahre wird eine Früherkennungsuntersuchung der Bauchaorta angeboten. Dabei wird der Durchmesser der Bauchschlagader mit einem Ultraschallgerät gemessen. Ziel ist, große Aneurysmen rechtzeitig zu entdecken, bevor sie reißen und lebensbedrohlich werden können. Die Untersuchung kann einmal in Anspruch genommen werden.

Ihre Rechte bei Vorsorgeleistungen

  • Eine Übersicht aller Vorsorge- und Früherkennungsangebote bietet ebenfalls der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).

  • Jeder gesetzlich Krankenversicherte hat nach § 25 SGB V ein Recht auf kostenlose Gesundheitsuntersuchungen.

  • Die Teilnahme an den Untersuchungen ist freiwillig.

  • Neben den allgemeinen Gesundheitsuntersuchungen für Kinder und Erwachsene werden auch spezielle Untersuchungen für Frauen und Männer angeboten (siehe oben).

  • Neben der Vorsorgeleistung gehört ein ärztliches Aufklärungsgespräch, in dem die jeweilige Untersuchung genau erklärt wird.

  • Darüber hinaus gibt es weitere Vorsorge- und Zusatzleistungen, die je nach Krankenkasse übernommen werden. Ein Vergleich lohnt sich.

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme

  • Sie sind gesetzlich krankenversichert.
  • Sie erfüllen das Mindestalter für die jeweilige Vorsorgeleistung.

So läuft eine Vorsorgeuntersuchung ab

#touch

Krebsaufklärungskampagne der BERGISCHEN KRANKENKASSE

Neben den gesetzlichen Vorsorgeleistungen ist es in manchen Situationen wichtig selbst Hand anzulegen und seinen Körper auf Veränderungen abzutasten. Mit der Kampagne #touch macht die BERGISCHE KRANKENKASSE auf die Themen Hoden- und Brustkrebs aufmerksam und klärt darüber auf, wie wichtig die persönliche Prävention bzw. das regelmäßige Abtasten ist. Doch es geht nicht nur um das reine Abtasten, sondern auch um das Berührtsein mit der Diagnose Krebs, die einem Schicksalsschlag gleicht. Wir begleiten betroffene Personen und bieten Lösungen an, mit dieser schwierigen Situation umzugehen.

zur #touch Kampagne

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