Adieu schiefe Zähne

Schöne, gerade Zähne gehören zu einem anziehenden Lächeln dazu wie für viele Teenager die Zahnspange zur Pubertät. Der Grund für das Tragen einer Zahspange liegt in einer Zahn- oder Kieferfehlstellung, die von einem Kieferorthopäden erkannt und behandelt wird. 

Doch was genau macht ein Kieferorthpäde und unter welchen Voraussetzungen bezahlen gesetzliche Krankenkassen kieferorthopädische Behandlungen? Die BERGISCHE KRANKENKASSE klärt Sie auf.

Was ist die Kieferorthopädie?

Die Kieferorthopädie ist ein Spezialgebiet der Zahnmedizin und beschäftigt sich mit Zahnstellungen, Kieferzusammenbiss und der Kiefergelenkfunktion. Je nach Befund werden feste oder herausnehmbare Zahnspangen verwendet, um die Zähne zu richten. Nach eingehender Diagnostik entscheidet der Kieferorthopäde welche Therapie im jeweiligen Fall in Betracht gezogen wird. Dazu werden Röntgenbilder und Modelle des Kiefers erstellt, die anschließend ausgemessen werden. Im Anschluss erfolgt die Erstellung des kieferorthopädischen Behandlungsplans.

Zahnspangen werden im Schnitt zwischen wenigen Monaten bis zu drei bis vier Jahren getragen.

Welche Kosten werden von der Krankenkasse übernommen?

Wenn der Kieferorthopäde eine gravierende Fehlstellung feststellt (ab Indikationsgruppe 3), ist Handeln angesagt. Den Großteil der kieferorthopädischen Behandlung rechnet der Kieferorthopäde direkt mit der gesetzlichen Krankenkasse ab: 80 Prozent beim ersten, 90 Prozent ab dem zweiten Kind. Für den Rest stellt der Kieferorthopäde jedes Quartal eine Rechnung über den Eigenanteil.

Die Behandlung dauert meist etwa vier Jahre, unter Umständen rät der Behandler zu einer Verlängerung. Ist die Behandlung erfolgreich abgeschlossen, stellt der Kieferorthopäde eine Abschlussbescheinigung aus. Reichen Sie diese Bescheinigung zusammen mit den Rechnungen ein, erstatten wir auch den Eigenanteil noch.

Der Kieferorthopäde stellt eine Fehlstellung fest und ordnet diese in eine von fünf Indikationsgruppen ein:

Ohne Zuschuss:

  • KIG 1 / Schweregrad 1: Leichte Zahnfehlstellungen.
    Diese kleinen, unproblematischen Schönheitsfehler machen ein Gesicht oft besonders interessant und sympathisch.
  • KIG 2 / Schweregrad 2: Leicht ausgeprägte Zahnfehlstellungen
    Medizinisch ist eine Korrektur sinnvoll, doch die Kassen dürfen die Kosten hier noch nicht übernehmen. Oft hilft es, nochmal ein Jahr abzuwarten. Dann kann sich bei manchen Kindern noch eine Veränderung in die eine oder andere Richtung ergeben.

Mit Kassenzuschuss (bei Antragstellung bis zum 18. Geburtstag):

  • KIG 3 / Schweregrad 3: Ausgeprägte Zahnfehlstellungen
    Ab dieser Kategorie sind Kauen, Beißen und Sprechen beeinträchtigt – daher übernimmt die Krankenkasse die Kosten.
  • KIG 4 / Schweregrad 4: Stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen
    Eine Behandlung ist aus medizinischen Gründen dringend erforderlich.
  • KIG 5 / Schweregrad 5: Extrem stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen
    Aus medizinischen Gründen ist eine Behandlung unbedingt notwendig.

Bei schweren Kieferanomalien kommt manchmal eine Ausnahme von der Altersregelung infrage. Unser Fachteam berät Sie gerne.

Voraussetzungen für die Teilnahme

  • Sie sind gesetzlich krankenversichert und Ihr Kind über Sie familienversichert.
  • Die Abrechnung bzw. Prämienausgabe kann nur von Ihrer eigenen Krankenkasse erfolgen.
  • Belege und Rechnungen des Kieferorthopäden müssen für die Kostenbeteiligung bzw. Erstattung vollständig sein.

Behandlungsverlauf