eSports-Gesundheitsstudie

Kooperationsprojekt von der BERGISCHEN & Uni Wuppertal

Projekt: „Gesund Zocken!“

Gesundheitsförderung im eSports

Das Kooperationsprojekt zwischen dem Lehrstuhl für Sportmedizin der Bergischen Universität Wuppertal und der BERGISCHEN KRANKENKASSE zielt darauf ab, objektive und klinisch relevante Gesundheitsparameter von Gamer*innen jeglicher Leistungsstufen erheben. Dazu werden vier verschiedene Studien durchgeführt, in denen einerseits kardiovaskuläre Parameter von Gamerinnen und Gamern erfasst werden und andererseits der Einfluss des Gamings auf die verschiedenen Körpersysteme untersucht wird.

Darüber hinaus wird evaluiert, inwiefern Studierende Videospiele spielen und dies potenzielle Auswirkungen auf die Gesundheit sowie akademische Leistung hat. Als letzter Baustein wird ein mehrwöchiges E-Sport Trainingscamp mit zusätzlichem Athletiktraining durchgeführt.

Der Fokus bei der Studie liegt dabei auf die sportlichen Inhalte abseits der Konsole, inwiefern diese zur Gesundheitsförderung der Gamerinnen und Gamer beitragen können.

Überblick zu den Studien

Studie 1

Ziel der bereits gestarteten ersten Studie ist es, einen ganzheitlichen Einblick in das Herz-Kreislaufsystem und die Nackenhaltung von Gamerinnen und Gamern zu gewinnen. Hierfür werden noch Teilnehmende für einen einmaligen Untersuchungstag gesucht. Innerhalb von ca. 60 Minuten werden verschiedene Messungen durchgeführt, die Erkenntnisse über den Körper geben. Alle Verfahren werden in einer ruhigen Umgebung durchgeführt.

Überblick über die Methoden:

  • Fragebogen (ca. 25 Minuten)
  • Herzratenvariabilität und VO2max Messung in Ruhe (ca. 10 Minuten)
  • Pulswellenanalyse (Doppelte Blutdruckmessung, ca. 5 Minuten)
  • Calipometrie (Messung des Körperfettanteils, ca. 10 Minuten)
  • Photogrammetrie (Bestimmung der Nackenhaltung, ca. 10 Minuten)
  • Goniometrie (Bestimmung der Bewegungsmöglichkeiten des Nackens, ca. 10 Minuten)

Die Planung für die weiteren Studien ist derzeit im Gange. Weitere Informationen dazu werden entweder auf dieser Website oder im folgenden Discord-Channel veröffentlicht, sobald die Studien starten.

Bei Interesse meldet euch gerne per Mail an: soffner@uni-wuppertal.de

Studie 2

Die zweite Studie zielt auf die Auswirkungen einer Gaming Session auf den Körper ab. Während einer einstündigen Gaming Session werden Herzfrequenz, Herzratenvariabilität und die Nackenhaltung aufgenommen. Vor sowie unmittelbar danach und weitere 15 Minuten später werden zusätzlich folgende Daten erhoben:

  • Cortisol mittels Speichelprobe (Stressmarker)
  • Blutdruck
  • Muskelspannung im Nacken und am Daumen
  • Schmerzsensitivität

Ein zweiter Termin dient als Kontrolle. Hierbei wird anstelle einer Gaming Session ein Dokumentarfilm geschaut. Die Messungen sind dabei identisch. Zum Abschluss gibt’s als Aufwandsentschädigung 25 € für jede*n Teilnehmer*in. Studienstart ist voraussichtlich Frühjahr 2024.

Studie 3

Studie Nummer drei wird als mehrwöchiges eSport-Trainingscamp angeboten. Dies wird in Verbindung mit Bewegungsinhalten durchgeführt. Das genaue Studiendesign und der Ablauf wird noch ausgearbeitet. Wir aktualisieren diesen Teil sobald der Plan ausgearbeitet wurde. 

Studie 4

Wie viele Studierende gehen Gaming-Aktivitäten nach bzw. betreiben aktiv eSport? Kann dies einen Einfluss auf die akademische Leistung oder Gesundheit haben? 

Diese Fragen sollen mit Teilstudie IV beantwortet werden. Die Studie wird über einen digitalen Fragebogen durchgeführt, sodass alle Studierenden deutschlandweit daran teilnehmen können. Die einzige Voraussetzung zur Teilnahme ist die Einschreibung als Studentin oder Student und, dass dies die aktuelle Haupttätigkeit ist. Insgesamt sollte die Befragung nicht länger als 15 Minuten dauern.

Hintergrund zur eSports-Studie

eSports erfreut sich in der Gesellschaft seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Jedoch zählen eSports-Spielende zu einer potenziellen Risikogruppe für körperliche Fehlstellungen, denn lange Bildschirmzeiten und stundenlanges Sitzen sind anerkannte Risikofaktoren für chronische Krankheiten.

Die BERGISCHE macht sich für die Gesundheitsförderung in der Region stark und setzt sich seit 2020 insbesondere im Bereich eSports ein. Mithilfe des Kooperationsprojekts mit der Universität Wuppertal möchte die BERGISCHE einen weiteren Schritt nach vorne gehen und auf wissenschaftlicher Basis objektive Gesundheitsparameter, wie Körperfett oder Blutdruckparameter genauer analysieren, um aussagekräftige Daten als Grundlage zur Gesundheitsförderung erheben zu können.

Das Studienprojekt dauert insgesamt drei Jahre an. In diesem Zeitraum laufen die Untersuchungen der Studienteilnehmenden. Action und Spaß verspricht ein eSports-Trainingscamp: Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler leiten darüber hinaus ein Athletiktraining, das die Gesundheit der Teilnehmenden verbessern soll. Ergebnisse der Studie werden für 2026 erwartet.