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Beim Lipödem handelt es sich um eine schmerzhafte, symmetrische, übermäßige Fettgewebsvermehrung an Armen oder Beinen. Das Lipödem tritt nahezu ausschließlich bei Frauen auf. Typisch ist eine Neigung zu Hämatomen („blauen Flecken“) auch bei kleinen Verletzungen. Zusätzlich können vermehrte Wassereinlagerungen in den betroffenen Regionen bestehen.
Die Standardbehandlung ist die so genannte komplexe physikalische Entstauungstherapie. Sie besteht aus der Anwendung von Lymphdrainage, Kompression durch spezielle Strümpfe und Bewegungstherapie. Seit einigen Jahren bieten Ärzte auch die chirurgische Absaugung des Fettgewebes an den betroffenen Körperpartien an.
Für Frauen mit Lipödem gibt es eine wichtige Neuerung: Seit Oktober 2025 übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für die Fettabsaugung (Liposuktion) in allen Stadien des Lipödems. Damit wird die Liposuktion offiziell als Behandlungsmöglichkeit anerkannt.
Bei der Liposuktion wird das überschüssige Fett mit speziellen Kanülen abgesaugt. Meist sind mehrere Eingriffe nötig, die im Abstand einiger Wochen stattfinden. Die Operation kann ambulant oder in einer Klinik stationär durchgeführt werden.
Die Liposuktion wird nur durchgeführt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:
Vor der OP benötigen wir den Nachweis, dass eine mindestens 6 monatige konsequent durchgeführte, aber erfolglose konservative Therapie erfolgt ist.
Stabiles Körpergewicht unter bestimmten Grenzwerten
Ausschluss anderer internistischer oder endokrinologischer Ursachen
Berücksichtigung von psychosozialen Belastungen und Begleiterkrankungen
Die Diagnosestellung und Prüfung der Indikation erfolgt durch definierte internistisch-konservative Fachärztinnen und Fachärzte. Nach Überweisung führen chirurgisch spezialisierte Ärzte mit nachgewiesener Erfahrung die Liposuktion durch. Die Qualitätsstandards sind in einer Richtlinie des G-BA geregelt, um Sicherheit und optimale Ergebnisse zu gewährleisten. Die Einrichtung, in der die Liposuktion durchgeführt werden soll muss ein zugelassenes Krankenhaus sein (keine Privatklinik) und die Qualitätsstandards müssen von der Klinik vorher schriftlich bestätigen werden.
Ein Lipödem kann viele Fragen aufwerfen – von der Diagnose über die Behandlung bis hin zu möglichen Leistungen der Krankenkasse. Wir unterstützen Dich gerne dabei, die passenden Informationen und Ansprechpartner zu finden.
Nimm einfach Kontakt mit uns auf. Unsere Expertinnen und Experten beraten Dich persönlich und helfen Dir bei Deinen individuellen Anliegen weiter.
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Ein Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, bei der sich krankhaft vermehrtes Fettgewebe vor allem an Beinen, Hüften und manchmal auch an den Armen ansammelt. Typisch sind Schmerzen, Druckempfindlichkeit und eine erhöhte Neigung zu blauen Flecken. Das Lipödem tritt fast ausschließlich bei Frauen auf.
Typische Anzeichen eines Lipödems sind:
Die Beschwerden nehmen häufig im Tagesverlauf oder bei Hitze zu.
Nein. Ein Lipödem ist eine eigenständige Erkrankung und nicht mit Übergewicht gleichzusetzen. Zwar können Übergewicht und Lipödem gleichzeitig auftreten, die krankhafte Fettvermehrung beim Lipödem lässt sich jedoch meist nicht allein durch Diäten oder Sport reduzieren.
Nein. Eine Gewichtsreduktion kann die allgemeine Gesundheit verbessern und Beschwerden lindern. Das krankhaft veränderte Fettgewebe eines Lipödems verschwindet dadurch jedoch in der Regel nicht vollständig.
Die genaue Ursache ist bislang nicht abschließend geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass hormonelle Veränderungen und genetische Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Häufig treten die ersten Beschwerden während der Pubertät, einer Schwangerschaft oder der Wechseljahre auf.
Ein Lipödem betrifft fast ausschließlich Frauen. Männer erkranken nur sehr selten. Oft gibt es familiäre Häufungen, weshalb eine genetische Veranlagung vermutet wird.
Am häufigsten tritt ein Lipödem an folgenden Körperstellen auf:
Oberschenkeln
Unterschenkeln
Hüften
Gesäß
Armen
Hände und Füße bleiben meist ausgespart.
Die Diagnose erfolgt durch eine ärztliche Untersuchung. Dabei werden die Beschwerden, die Fettverteilung und mögliche Begleiterkrankungen beurteilt. Bildgebende Verfahren können ergänzend eingesetzt werden, sind aber meist nicht erforderlich.
Das Lipödem wird üblicherweise in drei Stadien eingeteilt:
Stadium 1: Glatte Hautoberfläche mit vermehrtem Unterhautfettgewebe.
Stadium 2: Unebene Haut mit knotigen Fettstrukturen.
Stadium 3: Ausgeprägte Fettvermehrung mit größeren Gewebeüberhängen.
Die Beschwerden können in jedem Stadium unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Ja. Ohne Behandlung oder bei zusätzlicher Gewichtszunahme können Beschwerden und Fettvermehrung zunehmen. Eine frühzeitige Therapie kann helfen, die Lebensqualität zu verbessern und Beschwerden zu reduzieren.
Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Beschwerden. Häufig kommen folgende Maßnahmen zum Einsatz:
Welche Therapie sinnvoll ist, sollte immer individuell ärztlich abgeklärt werden.
Ja. Regelmäßige Bewegung kann Beschwerden lindern und die Mobilität verbessern. Besonders geeignet sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Walking oder Wassergymnastik.
Ein Lipödem gilt derzeit als nicht heilbar. Mit einer geeigneten Behandlung lassen sich Beschwerden jedoch häufig deutlich reduzieren und die Lebensqualität verbessern.
Seit Oktober 2025 übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für die Fettabsaugung (Liposuktion) in allen Stadien des Lipödems. Damit wird die Liposuktion offiziell als Behandlungsmöglichkeit anerkannt. Es gibt aber bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen.
Ein Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung. Ein Lymphödem entsteht durch eine Störung des Lymphabflusses und führt zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe. Beide Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen, benötigen aber unterschiedliche Behandlungsansätze.
Ja. Chronische Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Veränderungen des Körperbildes können die psychische Gesundheit beeinträchtigen. Deshalb kann neben der körperlichen Behandlung auch psychologische Unterstützung hilfreich sein.
Bei Verdacht auf ein Lipödem solltest Du zunächst Deine Hausärztin oder Deinen Hausarzt aufsuchen. Alternativ können Fachärztinnen und Fachärzte für Phlebologie, Lymphologie, Gefäßmedizin oder Dermatologie eine weitere Abklärung vornehmen.