Elternratgeber

Gemeinsam E-Sport erleben

Für viele Eltern ist E-Sport noch ein neues Feld. Gleichzeitig verbringen Jugendliche heute viel Zeit in digitalen Welten. Ein offener und interessierter Umgang schafft Vertrauen und Verständnis.

Wichtig ist, gemeinsam Regeln zu finden: feste Spielzeiten, ausreichend Pausen und die richtige Balance mit Schule, Sport und sozialen Kontakten. Unterstütze dein Kind dabei, gesunde Routinen zu entwickeln – etwa durch Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und genügend Schlaf.

E-Sport bietet auch Chancen: Teamgeist, strategisches Denken und Konzentrationsfähigkeit werden gestärkt. Begleite dein Kind, interessiere dich für seine Spiele und Erfolge – so wird Gaming nicht zum Konfliktpunkt, sondern zu einer gemeinsamen Erfahrung.

Gängige Empfehlungen für Bildschirmzeit und Gaming

  • Kinder 6–9 Jahre: ca. 30–60 Minuten pro Tag
  • Kinder 10–12 Jahre: ca. 60 Minuten pro Tag, an einzelnen Tagen auch mal länger
  • Jugendliche ab 13 Jahren: 1,5 – 2 Stunden pro Tag, in Absprache auch längere Einheiten am Wochenende oder bei E-Sport-Trainings

Wichtig ist nicht nur die Dauer, sondern auch die Qualität der Nutzung

  • Spiele, die Teamgeist, Strategie und Konzentration fördern, sind besonders wertvoll.
  • Social-Media-Nutzung sollte zeitlich begrenzt werden (z. B. 1 Stunde täglich), um ausreichend Raum für Schule, Bewegung und Schlaf zu lassen.
  • Klare Offline-Zeiten – etwa während der Mahlzeiten oder abends vor dem Schlafengehen – helfen, gesunde Routinen zu etablieren.

Praktische Tipps für den Familienalltag

  • Vereinbare gemeinsame feste Spiel- und Pausenzeiten

  • Achte auf Ausgleich: Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf
  • Bleib im Gespräch über Inhalte, Spiele und Kontakte

Vorurteile im Gaming

Videospiele machen Aggressiv

Die Aussagen werden oft bei gewalttätigen Ereignissen in Schulen publik gemacht z.B. bei Amokläufen hieß es oft, dass der Täter „Killerspiele“ gespielt habe. Eine Antwort auf die Frage kann die Studie von Coyne und Stockdale zeigen. Über 10 Jahre hinweg wurden Kinder und Jugendliche beobachtet und verschiedene Themen wurden dabei untersucht, dabei auch das Level der Aggressionen. Über die 10 Jahre zeigten sich zwischen den eingeteilten Gruppen keine signifikanten Unterschiede zwischen gewalttätigen Videospielen und verstärkter Aggressivität bei der Testgruppe. Ähnliche Ergebnisse waren bereits bei einer Studie aus dem Jahr 2008 bekannt. Die Forscher Ferguson und Kollegen zeigten in zwei Studien, dass zum einen Gewaltbereite Videospiele keinen Zusammenhang mit Unterschieden in der Aggression im echten Leben hat sowie gewalthaltige Videospiele kein Gewaltverbrechen vorhersagen.

Kriterien, die für eine Sucht sprechen können

Folgende Suchtkriterien werden laut dem ICD 11 aufgeschlüsselt und betrachtet:

  • Beeinträchtigung der Kontrolle über das Spielen (z. B. Beginn, Häufigkeit, Intensität, Dauer, Beendigung, Kontext).
  • Zunehmende Priorität des Spielens in einem Ausmaß, dass das Spielen Vorrang vor anderen Lebensinteressen und täglichen Aktivitäten hat.
  • Fortsetzung oder Eskalation des Spielens trotz negativer Konsequenzen. Das Verhaltensmuster ist so schwerwiegend, dass es zu einer signifikanten Beeinträchtigung in persönlichen, familiären, sozialen, schulischen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen des Lebens führt.
  • Das Spielverhalten kann kontinuierlich oder episodisch und wiederkehrend sein. Das Spielverhalten und andere Merkmale sind in der Regel über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten.

Weitere Beratungs- und Informationsquellen