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„Nur noch eine Runde“, denkst du. Und so wird es auch „Noch einer Runde“ zu schnell wieder zu drei Stunden. Ob Instagram, YouTube oder Gaming, wir hängen alle mehr oder weniger oft am Bildschirm. Und manchmal wird daraus ein echtes Problem: digitaler Sog.
Aber Moment mal ist Zocken automatisch schlecht? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen "zu viel vor dem Bildschirm" und echtem eSport? Und kann Gaming vielleicht sogar Teil der Lösung sein? Genau darum geht’s in diesem Artikel, geschrieben von Tessa Stolzenberg.
Erstmal: Nicht jeder, der viel Zeit am Bildschirm verbringt, ist süchtig. Und nicht jedes Spiel führt direkt in die Abhängigkeit.
Mediensucht, oder genauer gesagt „Internet Gaming Disorder“, beschreibt ein Verhalten, bei dem Menschen die Kontrolle über ihr Spielverhalten verlieren. Sie vernachlässigen Schule, Arbeit, Freunde, schlafen schlecht und finden allein nicht mehr heraus. Es geht also um Kontrollverlust und negative Folgen im echten Leben, außerhalb der Spiele.
Symptome:
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat festgelegt, ab wann man von einer echten Gaming Disorder, also Spielsucht, sprechen kann. Dafür müssen mindestens fünf von neun Symptomen über einen Zeitraum von zwölf Monaten auftreten. In richtig krassen Fällen reicht auch schon ein halbes Jahr.
Und das sind die Anzeichen, auf die man achten sollte:
Wichtig: Diese Kriterien sind kein starrer Test, sondern eher ein Rahmen, um das Ganze besser einordnen zu können. Es geht nicht darum, Gamern im Einzelfalleine Sucht zu unterstellen – sondern zu erkennen, wann das Spielverhalten wirklich problematisch wird.
Ganz anders sieht’s beim eSport aus. Denn eSport ist nicht einfach nur "Zocken bis zum Umfallen". Es ist strukturierter und kompetitiver digitaler Sport, zu dem Training, Ziele, Teams, Coachings und Turniere zählen. Disziplin ist gefragt. Es geht also nicht nur um das Dauerzocken.
Klingt erstmal widersprüchlich: Kann ausgerechnet Gaming helfen, von der Spielsucht wegzukommen?
Tatsächlich ja, aber nur, wenn man es richtig macht.
Denn eSport ist oft der erste Schritt raus aus der unkontrollierten Nutzung. Statt stundenlang alleine und planlos zu zocken, bietet eSport Struktur, Regeln und echte soziale Kontakte. In vielen Vereinen gibt’s sogar Trainingspläne, feste Spielzeiten und Pausen. Das hilft dabei, einen gesünderen Umgang mit Games zu finden.
Es geht darum, Gaming wieder zielgerichtet und bewusst zu erleben und nicht als Flucht aus dem Alltag.
Eines der Risiken bei Mediensucht ist unteranderem die soziale Isolation. Man hängt allein vorm Bildschirm, schottet sich ab, verliert Freunde.
Im eSport-Verein läuft das ganz anders. Denn du bist Teil eines Teams und triffst dabei andere Leute, tauschst dich aus, spielst gemeinsam Turniere. Viele erzählen sogar, dass sie durch eSport wieder mehr Selbstbewusstsein und soziale Sicherheit bekommen haben.
Das Ganze erinnert stark an klassische Sportvereine – nur eben digital. Und wer denkt, das ist „nur Online“: Viele eSport-Clubs treffen sich regelmäßig auch offline, veranstalten Bootcamps oder LAN-Partys. Raus aus dem Zimmer, rein ins Team.
eSport ist nicht nur Sitzen und Klicken. Immer mehr Vereine setzen auf ein ganzheitliches Konzept: Dazu gehören Sporteinheiten, Ernährungstipps, mentales Training und sogar Schlafcoaching.
Denn wer gut spielen will, muss fit im Kopf und Körper sein. Gute Reaktion, Konzentration und Stressresistenz kommen nicht von Cola und Chips. Viele Profis trainieren wie klassische Athleten – mit Krafttraining, Yoga oder Ausdauer-Sessions.
Und genau das wird auch im Amateur-eSport immer häufiger übernommen: Es geht um Balance. Gesunde Ernährung, Bewegung, feste Schlafzeiten – das alles trägt dazu bei, dass Gaming Teil eines gesunden Lebensstils bleibt.
Klar: Digitale Sucht ist real. Und sie kann ernste Folgen haben.
Im Jahr 2015 gab es nur zwei internationale Studien, die verlässliche Zahlen zur Häufigkeit von Internet Gaming Disorder (IGD) lieferten. In Deutschland wurde bei einer großen Schülergruppe (9. Klasse, 13–18 Jahre alt) eine IGD-Häufigkeit von 1,2 % gemessen. In den Niederlanden wurde eine Häufigkeit von 5,4 % bei Jugendlichen und Erwachsenen (13–40 Jahre) gemessen. 2016 berichteten Studien eine Häufigkeit von 2,5 % bei slowenischen Schülern (8. Klasse, 12–16 Jahre). In Südkorea fanden Forscher bei Schülern im Alter von 13–15 Jahren eine IGD-Häufigkeit von 5,9 %.
Aber: Nicht jedes Spiel ist gleich Sucht. Und eSport kann sogar helfen, aus problematischem Verhalten rauszukommen.
Durch feste Strukturen, soziale Einbindung, Bewegung und Zielorientierung kann eSport einen positiven Umgang mit digitalen Medien fördern.
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Kuss, D. J., & Griffiths, M. D. (2012). Internet Gaming Addiction: A systematic review.
Han, D. H., Kim, S. M., et al. (2017). Effect of video games on ADHD-Symptomatik.
Jenny, S. E., Manning, R. D., & Keiper, M. C. (2017). Where eSports fit in sports definition.
Trotter, M. G., Coulter, T. J., et al. (2020). eSport, Health and Physical Activity.