Hinweis für dich
Du verlässt jetzt die Webseite der BERGISCHEN Krankenkasse. Für die Inhalte sind die jeweiligen Betreiber verantwortlich.
Abbrechen
Karneval ist für viele in Köln und im Rheinland die beste Zeit, um ausgelassen zu feiern. Doch es gibt auch Risiken: K.O.-Tropfen und andere K.O.-Mittel auf Partys, in Kneipen und Clubs können Stimmung abrupt kippen. Sie wirken schnell, sind aber nur kurz nachweisbar. Gerade im Karnevalstrubel mit vielen Menschen und Alkohol ist es wichtig, vorbereitet zu sein.
Wir zeigen dir, wie du dich vor K.O.-Tropfen schützt, was im Verdachtsfall zu tun ist – und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest, um sicher nach Hause zu kommen!
Im Bild: Sarah Coslar, Jugendbeauftragte im Landesverband NRW/Rheinland beim WEISSEN RING e. V. (links), Ronja Gleim, Social Media-Managerin bei der BERGISCHEN
Text: Carolin Kubo, mit K.I.
K.O.-Mittel sind meist farblos, geruchlos und werden heimlich ins Getränk gemischt, um Betroffene willenlos zu machen. Besonders auf Partys, in Bars oder in großen Menschenmengen kommt es zu solchen Übergriffen.
In Kooperation mit dem WEISSEN RING e. V., einer Organisation zum Schutz von Kriminalitätsopfern, informieren wir dich, wie du dich beim Feiern in Köln schützt und was im Ernstfall zu tun ist. Unser Social Media-Team hat mit Sarah Coslar (links im Foto, mit Ronja von der BERGISCHEN) gesprochen. Sie ist Jugendbeauftragte im Landesverband NRW/Rheinland des WEISSEN RING e. V. Ihre Kollegin Marina Bonenkamp, die stellvertretende Landespräventionsbeauftragte des WEISSEN RING e. V., hat uns mit Hintergrundinfos versorgt.
K.O.-Tropfen gehören zu den K.O.-Mitteln. Dazu zählen Substanzen wie GHB, GBL oder Benzodiazepine, die bewusstseinsdämpfend wirken. Schon kleine Mengen können Schwindel, Benommenheit, Übelkeit oder Kontrollverlust auslösen.
Viele merken erst gar nicht, dass ihnen etwas verabreicht wurde – erst im Nachhinein bleiben Erinnerungslücken. Deshalb ist Vorsicht geboten, auch wenn alles um dich herum normal wirkt.
Achte auf plötzliche körperliche Veränderungen, vor allem wenn sie nicht zu deinem Alkoholkonsum passen:
Wenn du diese Symptome bei dir oder bei jemandem aus dem Kreis der Feiernden bemerkst, handle sofort.
Marina Bonenkamp vom WEISSEN RING e. V. weiß, dass K.O.-Mittel auch im Kölner Karneval ein Thema sind. „Bei K.O.-Mitteln haben wir bisher nur wenige bewiesene Fälle, aber die Dunkelziffer ist hoch“, sagt sie und begründet: „Das hat auch damit zu tun, dass die Stoffe nur wenige Stunden im Blut oder Urin nachweisbar sind und so oft nicht rechtzeitig die Spuren gesichert werden können.“ Für die Nachweisbarkeit muss innerhalb von 24 Stunden eine Untersuchung in einem rechtsmedizinischen Institut erfolgen. Einige Stoffe baut der Körper jedoch schon viel früher ab: GHB beispielsweise ist nur 8 Stunden im Blut und 12 Stunden im Urin nachweisbar.
Marinas Tipp:
„Guck vorher schon mal nach, wo die nächste zuständige Stelle ist, damit du im Fall der Fälle direkt weißt, wo du hin musst.“
Für Köln haben wir dir weiter unten Adressen verlinkt. Feierst du in einer anderen Stadt, kannst du dich z. B. beim Opferschutzportal NRW über geeignete Stellen zur Anonymen Spurensicherung bei Straftaten (ASS) informieren. Ansonsten ist die nächste 24/7 geöffnete Polizeidienststelle eine wichtige Information.
Diese Regeln helfen dir, das Risiko beim Feiern deutlich zu senken:
Mit dem Getränkeglas auf die Mädelstoilette? In Kölner Kneipen längst normal – und absolut richtig. Keine und keiner sollte sich dafür schämen, dass sie oder er sich schützt. Ob du ein eigenes Glas mit Deckel und Strohhalm nutzt, Teststreifen oder eben deine Flasche mit aufs Klo nimmst: Alles ist erlaubt, wenn es dir Sicherheit gibt.
Hauptsache, du feierst safe und kommst gut wieder nach Hause. Schütz dich und schäm dich nicht dafür!
Wenn du glaubst, dass dir K.O.-Tropfen verabreicht wurden, zählt jede Minute. Das ist jetzt zu tun:
Wenn du dir unsicher bist, ob du Anzeige erstatten willst, kann Punkt 4 eine Option sein. Dann hast du zwei Möglichkeiten: Such ein Rechtsmedizinisches Institut auf. Ohne Polizei kann es jedoch sein, dass du die Kosten dort selbst tragen musst. Oder wende dich an die Stellen für ASS, Anonyme Spurensicherung nach einer Straftat. Bei den hier angeschlossenen Krankenhäusern können Opfer von Sexualstraftaten die Spuren anonym sichern lassen. Das verschafft dir Zeit.
Bei einem Verdacht auf K.O.-Tropfen ist schnelle Beweissicherung wichtig. Diese drei Stellen sind deine wichtigsten Anlaufstellen:
Unter dem Link zum ASS findest du neben Hilfe-Telefonnummern eine Liste mit den Adressdaten aller beteiligten Krankenhäuser (Achtung: beachte den nächsten Absatz!) sowie der beteiligten Kölner Beratungsstellen.
Im Fall der Fälle ist die erste Priorität deine eigene Sicherheit, die zweite, dass der oder die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Deshalb solltest du diese Fehler unbedingt vermeiden:
Als K.O.-Mittel gelten Substanzen, die das zentrale Nervensystem beeinflussen und Bewusstseinsverlust oder Bewusstlosigkeit zur Folge haben können. Sie werden häufig missbräuchlich eingesetzt, um Menschen zu betäuben oder zu kontrollieren. Das häufigste K.O.-Mittel ist – Überraschung: Alkohol! Daneben gibt es nicht nur die bekannten K.O.-Tropfen, GHB, sondern viele weitere. Das macht den Nachweis so schwierig. GHB wird übrigens tatsächlich selten eingesetzt, nur in ca. 1 % aller bekannten Fälle.
Marina, die stv. Landespräventionsbeauftragte des WEISSEN RING e. V., hat noch einen wichtigen Hinweis: „Beachte, dass die Kombination aus mehreren Stoffen besonders gefährlich werden kann. Werden ohnehin schon Bewusstseins beeinträchtigende Stoffe konsumiert (Alkohol oder andere Substanzen) und kommen dann noch K.O.-Mittel hinzu, wird die Bewusstseinstrübung deutlich verstärkt.“
Achte auf Symptome, die plötzlich auftreten:
Schwindel oder extreme Müdigkeit
Gleichgewichts- oder Sehstörungen
Übelkeit oder Erbrechen
Erinnerungslücken an kürzlich Geschehenes
Plötzliches Aufwachen aus einer tiefen Bewusstlosigkeit
👉 Wenn sich etwas falsch anfühlt, ist es das meistens auch. Handle sofort.
Sei wachsam. Behalt dein Getränk immer im Auge. Hol frühzeitig Hilfe bei ersten Anzeichen auf Schwindel, Benommenheit oder Gedächtnislücken. Im Verdachtsfall: am besten direkt zur Polizei oder Rechtsmedizin.
Meist erkennst du K.O.-Mittel nur an den Symptomen, da sie in der Regel farb- und geruchlos sind. Wenn du dich benommen oder schwindelig fühlst, Seh- oder Gleichgewichtsstörungen hast, Übelkeit, Erbrechen oder extreme Müdigkeit auftritt, ohne dass das zu deinem Trinkverhalten passt: Das sind Verdachtsmomente. Auch wenn du plötzlich aus einer tiefen Bewusstlosigkeit erwachst, kann das auf K.O.-Mittel zurückzuführen sein.
Beide Testmethoden gegen K.O.-Tropfen, Armbänder und Teststreifen, sind nur einmalig verwendbar. Die K.O.-Tropfen-Armbänder sind aber fehleranfälliger. Bei Alkohol, Energy-Drinks und Fruchtsäften können sie ein falsch positives Ergebnis anzeigen. Was aber schlimmer ist: Sie reagieren auch schon mal falsch negativ, obwohl ein K.O.-Mittel enthalten ist.
Teststreifen gegen K.O.-Mittel geben einen ersten Anhaltspunkt. Bist du unsicher oder zeigt dein Testmittel ein positives Ergebnis an, nimm das verdächtige Getränk mit und geh zur Polizei, Rechtsmedizin oder einer Stelle für Anonyme Spurensicherung (ASS). Nur sie können rechtsverwertbar die Beweise sichern.
Bei K.O.-Mitteln ist schnelles Reagieren entscheidend. GHB beispielsweise ist nur 8 Stunden im Blut und 12 Stunden im Urin nachweisbar. Für eine Anzeige musst du außerdem innerhalb von 24 Stunden in der Rechtsmedizin die Spuren sichern lassen.
K.O.-Mittel sind keine einzelne Substanz, sondern verschiedene Wirkstoffe, die das Nervensystem dämpfen. Es gibt sie flüssig als Tropfen oder in Pulverform. Beide Arten können heimlich ins Getränk oder in Liquids für E-Zigaretten gemischt werden. Sie sind meist farb- und geruchlos und deshalb kaum zu erkennen.
Kurze Antwort: Nein. Die meisten Teststreifen reagieren nur auf bestimmte Substanzen, vor allem auf GHB/GBL und teilweise auf Benzodiazepine. Andere K.O.-Mittel bleiben oft unentdeckt. Deshalb sind Tests eine zusätzliche Hilfe, ersetzen aber nicht Aufmerksamkeit, Bauchgefühl und schnelles Handeln bei Verdacht. Seid aufmerksam und passt aufeinander auf.
Hol dir sofort Hilfe. Geh nicht mit fremden Personen mit. Bleib beim Kneipenpersonal oder engen Freunden und lass dich von einer vertrauenswürdigen Person zur Polizei begleiten. Nimm das verdächtige Getränk mit zur Beweissicherung.
Verlass mit ihr die Party oder entferne dich zunächst von Personen, bei denen du ein ungutes Bauchgefühl hast. Sichere nach Möglichkeit ihr verdächtiges Getränk. Wende dich ans Kneipenpersonal für Hilfe. Droht Bewusstlosigkeit, ruf direkt einen Krankenwagen. Wenn möglich, geh mit ihr zur Polizei. Weitere Anlaufstellen findest du unter notruf-koeln.de/ass .
Die meisten K.O.-Mittel sind farb- und geruchlos – das macht sie so gefährlich. Manche Substanzen können in sehr hoher Konzentration einen ungewöhnlichen Geruch oder Geschmack haben. Alkohol, Saft oder auch Energy-Drinks überdecken diese Unterschiede jedoch fast immer. Wenn ein Getränk „normal aussieht und riecht“, heißt das nicht, dass es sicher ist.
K.O.-Mittel wirken oft innerhalb weniger Minuten – besonders schnell und stark in Kombination mit Alkohol.
K.O.-Tropfen und andere K.O.-Mittel dämpfen das zentrale Nervensystem. Sie beeinflussen Wahrnehmung, Bewusstsein, Gedächtnis und Bewegungsfähigkeit – oft so stark, dass Betroffene sich nicht mehr wehren oder an Geschehnisse erinnern können. Unabhängig von der konkreten Substanz haben K.O.-Mittel ähnliche Ziele: Kontrollverlust, Gedächtnislücken, eingeschränkte Handlungsfähigkeit.