Eine Frau schleift ein Werkstück. Kampagnenmotiv des BKK Dachverbands

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Braucht Deutschland wirklich so viele Krankenkassen?

Gesundheit braucht Nähe

In die aktuelle politische Debatte um die Krankenkassenreform wird immer wieder hereingerufen, man könne ja die Zahl der Krankenkassen in Deutschland reduzieren. Aber ist das wirklich so: Würden weniger Krankenkassen helfen, die Finanzierungslücke im Gesundheitssystem zu stopfen? Wir analysieren für euch die Fakten hinter der Behauptung und zeigen euch, warum es in eurem Sinne wäre, die regionalen Krankenkassen und die Wahlfreiheit zu erhalten. Und schließen uns damit einer Kampagne unseres Dachverbands an.

Text: Carolin Kubo​​​​​​

Braucht Deutschland verschiedene Krankenkassen?

Ja, Deutschland braucht verschiedene Krankenkassen, weil unterschiedliche Menschen unterschiedliche Lösungen brauchen. In Deutschland kannst du deine Krankenkasse frei wählen. So bekommst du neben der Grundversorgung, die für alle gleich ist, zusätzliche Leistungen und Services, die optimal zu dir passen. Das ist ein hohes Gut. Mit einer Einheitskasse würde die Wahlfreiheit verloren gehen.

Haben wir in Deutschland zu viele Krankenkassen?

Zu Beginn von 2026 gab es in Deutschland noch 93 gesetzliche Krankenkassen. Rankings wie das von Fokus Money zeigen regelmäßig, dass die unterschiedlichen Kassen unterschiedliche Bedürfnisse von Versicherten bedienen. Die Zahl von 93 gesetzlichen Krankenkassen ist nicht zu hoch – zum Vergleich: 1990 gab es in Deutschland noch 1147 gesetzliche Krankenkassen. Die 93 heute sind nicht einmal 10 Prozent davon. Da wurden aus dem System heraus schon viele Synergien geschaffen: Der Markt regelt es im Zweifel besser als der Staat. Trotzdem ist dabei auch viel gute Vielfalt verloren gegangen. 

Sind viele Krankenkassen nicht automatisch teurer?

Die Annahme, dass weniger und größere Kassen die Versicherten automatisch weniger kosten, lässt sich so nicht belegen. Seit 1990 sind über 90 Prozent aller Kassen in Deutschland verschwunden. Das Gesundheitssystem ist seither jedoch nicht billiger, sondern immer teurer geworden. Wäre die Anzahl der Kassen der Schlüssel zu einem finanzierbaren Gesundheitssystem, müsste die Finanzierungsdebatte heute eigentlich beendet sein. Das ist sie aber nicht.

Was man nicht vergessen sollte: Wettbewerb ist ein starker Antrieb für Innovation. Wer attraktiv bleiben will, um im Markt zu bestehen, hat einen Antrieb für Kosteneinsparungen, für die schnelle Umsetzung vieler kleinerer Innovationen und dafür, laufend besser werden zu wollen. Wenn Kunden die Wahlfreiheit haben, setzt sich am Ende die beste Lösung durch. Gibt es sowieso nur einen Anbieter, sieht dieser im schlechtesten Fall gar keinen Grund, nutzbringende Innovationen voranzutreiben.

Wäre eine Einheitskasse für Deutschland möglich?

Eine Einheitskrankenkasse für Deutschland würde Strukturen vereinheitlichen, aber nicht zwingend vereinfachen. Sie könnte genau das reduzieren, was viele Versicherte heute schätzen: regionale Angebote, Innovationen, persönliche Kontakte und eine Versorgung, die näher am Alltag der Versicherten ist. Außerdem hat sich am Beispiel Österreich gezeigt, dass eine Einheitskasse keine niedrigeren Kosten garantiert. 

Österreich hat 2020 eine Einheitskasse eingeführt. Wie sind die Erfahrungen damit?

Unser Nachbarland Österreich hat 2020 im Zuge einer Sozialversicherungsreform seine neun Gebietskrankenkassen in eine Einheitskasse zusammengeführt. Eines der zentralen politischen Versprechen war, durch die Fusion erhebliche Verwaltungskosten einzusparen – die sogenannte „Patientenmilliarde“. Hinterher erwies sich: Das hat nicht funktioniert. Im Gegenteil, es entstanden sogar Zusatzkosten im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich.

Liegt bei den Verwaltungskosten der vielen Krankenkassen nicht ein großes Einsparpotenzial?

Für die Behauptung, dass weniger Kassen automatisch geringere Verwaltungskosten bedeuten, gibt es keinen belastbaren Nachweis. Tatsächlich machen die Verwaltungskosten nur einen sehr geringen Teil der Gesamtausgaben aus – nämlich unter 4 Prozent (2024, Angabe des vdek). 96 % der Ausgaben fließen direkt in die Versorgung der Versicherten. Den größten Anteil der Kosten machen Krankenhauskosten aus. Danach folgen Arzneimittel. Den dritten großen Kostenblock macht die ärztliche Behandlung aus, also die ambulante Versorgung durch Vertragsärzte und Psychotherapeuten. Wer das Gesundheitssystem langfristig bezahlbar machen möchte, muss dort ansetzen, wo die großen Kosten entstehen.

Neben den absoluten Zahlen lohnt sich auch ein Blick auf die Kostenentwicklung: Die Verwaltungskosten der Krankenkassen steigen viel langsamer an als die Leistungsausgaben. Hinzu kommt, dass kleinere Krankenkassen bei den Verwaltungskosten je Versichertem häufig besser abschneiden als große Kassen. Und selbst wenn man Zwangsfusionen forcieren würde, würden zwar gewisse Doppelstrukturen in der Verwaltung wegfallen. Der Großteil jedoch bliebe erhalten, weil die wichtigste Arbeit – die Betreuung der Versicherten – bestehen bleibt.

Was leisten Betriebskrankenkassen wie die BERGISCHE?

Die Betriebskrankenkassen leisten weit mehr, als nur Arztrechnungen zu bezahlen. Sie entwickeln passgenaue Gesundheitsangebote für Angestellte, Familien, chronisch Erkrankte oder pflegebedürftige Menschen. Sie engagieren sich in ihrer Region und arbeiten eng mit Unternehmen zusammen.

Die größte Stärke von Kassen wie der BERGISCHEN: Wir kennen die Menschen, für die wir da sind. Und wir sind bereit, unsere Gestaltungsspielräume maximal für sie zu nutzen. Wir wissen, welche Herausforderungen Familien beschäftigen, welche Gesundheitsprojekte vor Ort gebraucht werden und welche Belastungen Menschen im Berufsalltag erleben. Deshalb können wir Angebote entwickeln, die nicht schablonenartig allgemein gehalten sind, sondern auf den Punkt helfen. Genau diese Nähe macht den Unterschied.

Beweglich und nah dran: Deshalb sind die regionalen Krankenkassen unverzichtbar.

Flexibilität ist einer der großen Vorteile kleiner, regionaler Krankenkassen. Nur deshalb konnte die BERGISCHE beispielsweise in der Corona-Krise in Rekordzeit ihre digitalen Angebote ausbauen, um die Versorgung trotz Lockdowns sicherzustellen. Wenn sich Bedürfnisse verändern, können kleine Krankenkassen schneller reagieren und neue Angebote entwickeln. Sie müssen nicht erst viele Ebenen abstimmen, sondern können Entscheidungen nah an den Versicherten treffen. Die regionale Verwurzelung hat einen weiteren Vorteil: Die Akteure vor Ort sind untereinander vernetzt. Auf der vorhandenen Vertrauensbasis können gemeinsame Entscheidungen leichter getroffen werden. Diese Fähigkeit, pragmatisch zu handeln und neue Lösungen auszuprobieren, ist ein wichtiger Teil der Krankenkassenvielfalt in Deutschland.

Krankenkassenvielfalt: Du profitierst davon.

Gerade in einer Zeit, in der das Gesundheitssystem vor großen Veränderungen steht, ist diese Vielfalt wichtig. Verschiedene Krankenkassen bringen unterschiedliche Ideen ein, testen neue Wege und sorgen dafür, dass Versicherte nicht nur verwaltet, sondern aktiv begleitet werden.

Vielfalt bei den Krankenkassen ist ein Wert, von dem alle Versicherten profitieren. Es lohnt sich, dafür zu kämpfen.

Regionale Krankenkassen: Gesundheit braucht Nähe

Wenn Kassen zwangsfusioniert werden, geht eben das verloren, was uns besonders wichtig ist: Gesunde Nähe. Also Gesundheit, die nah an den Menschen ist. Nah an Familien. Nah an Betrieben. Nah an den Orten, an denen das echte Leben stattfindet. Gesundheit entsteht nicht in Berlin, wo die Politik sich trifft. Gesundheit entsteht dort, wo Menschen leben. Dort, wo sie ihren Alltag verbringen: in Familien, in Schulen und Kitas, auf Sportplätzen, in Vereinen und am Arbeitsplatz. Deshalb ist „Gesunde Nähe“ für uns mehr als ein Schlagwort. Sie ist die Grundlage dafür, Gesundheit nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu fördern.

Gesund arbeiten braucht Nähe: Der Arbeitsplatz ist oft der beste Ort für Prävention

Die Betriebskrankenkassen bringen Prävention in Firmen und Betriebe. Studien zeigen immer wieder: Viele Menschen, besonders Männer, gehen nicht zu Check-Ups und vermeiden Ärzte auch sonst lieber – manchmal zu lange. Doch es gibt einen Ort, wo Gesundheit sie erreicht: Vor Ort im Betrieb. Dort liegt die Stärke der Betriebskrankenkassen.

Das Stichwort lautet BGM, Betriebliches Gesundheitsmanagement. Die BERGISCHE hat dafür ein eigenes Team mit Experten wie unserem Physiotherapeuten Dennis Kozlowski und Ernährungsberaterin Julia Klauke. Sie organisieren Gesundheitstage in Firmen. Sie beraten Chefetagen und die Führungskräfte. Und vor allem bringen sie den Angestellten auf unterhaltsame Weise in praktischen Übungen nahe, wie sie mit kleinen, aber entscheidende Gesundheitsmaßnahmen rund um Ergonomie im Arbeitsalltag Wunder bewirken können, zum Beispiel bei Alltagsbeschwerden wie Rückenproblemen. Kurzum: BGM-Teams wie das unsere zeigen Präsenz, die weit über den berühmten Obstkorb hinausgeht.

Gesund bleiben braucht Nähe: Krankenkassen sind eine wichtige Stütze für den Sport

Sport ist eine der zentralen Säulen für Gesundheit. Ein Leben lang. Wo passiert Sport? Im Privaten – dann, wenn du dir die Laufschuhe anziehst und einfach losläufst –, im Verein und im Wettkampf. An jedem dieser Punkte sind wir dabei.  

Denn wir fördern Gesundheit nicht erst dann, wenn du krank wirst. Wir unterstützen Vereine und erstatten dir den Beitrag für Fitnessstudio oder Sportverein. Wir haben die Erstattung von Fitnesstrackern und anderem Sportequipment in den Katalog unserer freiwilligen Satzungsleistungen aufgenommen. Wir belohnen dich für die Teilnahme an Wettkämpfen – bei denen wir oft sogar persönlich mit am Start sind. Denn die Begeisterung für Sport und Gesundheit ist auch bei uns im Team BERGISCHE tief verwurzelt. Das kannst du live und in aller Nähe erleben.

Gesund wachsen braucht Nähe: Welche Vorteile regionale Krankenkassen Familien bieten

Familienglück steht und fällt mit dem Stresspegel der Eltern, mit der Gesundheit von allen Familienmitgliedern und damit, wie sicher und geborgen sich alle fühlen dürfen. Deshalb brauchen gerade Familien mehr als Standardlösungen: Sie brauchen Unterstützung, die sich in ihren oft vollen Alltag einfügt. Wer Kinder hat, weiß: Zwischen Schule, Hobbys, Freunden und Beruf bleibt wenig Zeit, sich zusätzlich um Gesundheitsthemen zu kümmern.

Erstattung von Feriencamps: Diese Leistung der BERGISCHEN ist so ein Ansatz, von dem enorm viele Familien profitieren. Kinder erleben im Feriencamp Bewegung, Gemeinschaft und gesunde Gewohnheiten ganz praktisch. Ohne Leistungsdruck, aber mit jeder Menge Spaß. So wird Gesundheit nicht zu einer weiteren Aufgabe auf der To-do-Liste der Eltern, sondern zu etwas, das ganz selbstverständlich dazugehört. Und die Eltern? Sie müssen sich nicht den Kopf zerbrechen, wie sie ihre wenigen Urlaubstage und die vielen Ferienwochen unter einen Hut bringen sollen, ohne finanziell an ihre Grenzen zu kommen. Denn dafür haben sie die BERGISCHE.

FAQ – Wie viele Krankenkassen braucht Deutschland?

Warum gibt es verschiedene Krankenkassen in Deutschland?

​​​​​​​Deutschland hat verschiedene Krankenkassen, damit Versicherte unterschiedliche Angebote und Versorgungskonzepte wählen können.

Würden weniger Krankenkassen Kosten sparen?

Nicht automatisch. Verwaltungskosten machen nur einen kleinen Teil der Gesundheitsausgaben aus. Die größten Kosten entstehen durch medizinische Leistungen, vor allem im Bereich Krankenhaus, bei Arzneimitteln und bei der ärztlichen Behandlung.

Welche Vorteile haben regionale Krankenkassen?

Regionale Krankenkassen können Gesundheitsangebote näher an den Menschen entwickeln – etwa für Familien, Schulen, Vereine und Betriebe.

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